{"id":7296,"date":"2016-07-14T20:51:55","date_gmt":"2016-07-14T20:51:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=7296"},"modified":"2021-02-20T15:05:32","modified_gmt":"2021-02-20T15:05:32","slug":"torino-amore-mio","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2016\/07\/14\/torino-amore-mio\/","title":{"rendered":"Torino, amore mio!"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Urlaub in Italien: Eine Liebeserkl\u00e4rung an Turin, die Stadt mit dem kleinen Stier.<\/strong><\/em><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich m\u00fcsste es \u201eAmore mio\u201c hei\u00dfen und nicht \u201eMon Cherie\u201c, wenn sich eine italienische S\u00fc\u00dfwarenfirma von Jahr zu Jahr mit der in ihrem Pralin\u00e9 enthaltenen \u201ePiemontkirsche\u201c br\u00fcstet. Denn erstens gibt es diese Kirsche als solche gar nicht. Und zweitens, noch viel wichtiger: Das Piemont liegt in Italien und nicht in Frankreich, und mitten in ihm wiederum Turin. Die fr\u00fchere Hauptstadt Italiens findet sich von den Alpen umrahmt im Nordwesten des Landes, am vorderen Kragen des \u201eStiefels\u201c. Den italienischen Namen verdankt sie ihrem Wappentier, dem Stier. \u00dcbersetzt bedeutet \u201eTorino\u201c so viel wie kleiner Stier. Kirschen gibt es hier mehr als genug, vor allem auf dem gro\u00dfen und gro\u00dfartigen Markt der Porta Palazzo. Definitiv einen Besuch wert, f\u00fcr den, der in \u201eTorino\u201c weilt und frische, lokale Produkte sch\u00e4tzt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7421\" aria-describedby=\"caption-attachment-7421\" style=\"width: 448px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7421 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/IMG_7837-e1472307267817-448x672.jpg\" alt=\"IMG_7837\" width=\"448\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7421\" class=\"wp-caption-text\">Der Stier ist \u00fcberall in der Stadt pr\u00e4sent<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Der Atem der Industrie<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die eben erw\u00e4hnten Alpen zeigen sich gegen Abend am besten sichtbar, tags\u00fcber verstecken sie sich hinter einem Schleier, f\u00fcr den sie selbst nichts k\u00f6nnen: Smog. Dieser liegt in den zahlreichen Autos und der langen Historie als Industriestadt Turins begr\u00fcndet. Die wei\u00dfen Sohlen meiner Schuhe sind tiefschwarz vom Feinstaub und ein Fahrradfahrer mit Mundschutz flitzt an mir vor\u00fcber. Keine geringeren als die auf ihrem Markt als feste Gr\u00f6\u00dfen etablierten Firmen wie Lavazza beim Kaffee, Martini bei Sprituosen, Fiat und Lancia im Automobilbereich und Kappa im Feld der Bekleidung nennen Turin ihr Zuhause. Der pr\u00e4genden Automobilindustrie wird im Nationalen Automobilmuseum \u00e4u\u00dferst w\u00fcrdig und liebevoll Sorge getragen. Pertolheads werden sich dort mehr als gut aufgehoben f\u00fchlen. Die internationale Sammlung \u00fcberzeugt durch ihre ausgewogene Auswahl und sch\u00f6ne Pr\u00e4sentation.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7422\" aria-describedby=\"caption-attachment-7422\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7422 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/IMG_7613x-1008x672.jpg\" alt=\"IMG_7613x\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7422\" class=\"wp-caption-text\">Hier schlagen Autoliebhaberherzen h\u00f6her<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Das kulturelle Herz<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber auch f\u00fcr die architektonisch und kulturell Begeisterten bietet die Stadt mit dem kleinen Stier viele Attraktionen. Das markanteste historische Bauwerk stellt wahrscheinlich die weithin sichtbare Mole dar. Die als Synagoge f\u00fcr die j\u00fcdische Gemeinde im neunzehnten Jahrhundert begonnene Kuppel beherbergt unter ihrem markanten Dach nun das nationale Kinomuseum. Ein weiteres museales Highlight ist das in der N\u00e4he gelegene Museo Egizio, das sich ausschlie\u00dflich auf die \u00c4gyptologie fokussiert. Neben diesem findet sich die ebenfalls beeindruckende Galleria San Federico, deren Galerieb\u00f6gen und Gesch\u00e4fte zum Staunen und Verweilen einladen. Verschiedene Schl\u00f6sser der Herz\u00f6ge von Savoyen und des sp\u00e4teren K\u00f6nigreichs Sardinien-Piemont zeugen ebenfalls von der gro\u00dfen kulturellen Bedeutung Turins. Zwischen all diesen Attraktionen rattern w\u00e4hrenddessen die nimmer m\u00fcden Stra\u00dfenbahnen auf und ab. Mehr als genug Kultur, um eine ganze Woche ausreichend auszuf\u00fcllen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7426\" aria-describedby=\"caption-attachment-7426\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7426 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/IMG_7725x-1008x672.jpg\" alt=\"IMG_7725x\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7426\" class=\"wp-caption-text\">Die Galleria San Federico l\u00e4dt zum Staunen und Verweilen ein<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Am Po gelegen, nicht am\u2026<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Au\u00dferhalb der Kernstadt, auf dem gleichnamigen Berg gelegen, bietet die Wallfahrtskirche Superga ein faszinierendes Panorama \u00fcber das weitl\u00e4ufige Stadtgebiet und die umschlie\u00dfenden Alpen. Neben Industrie und Architektur zeigt sich von dort aus eine weitere formende Kraft in der Geschichte Turins. Die beiden Fl\u00fcsse Dora und der bekanntere Po umflie\u00dfen das Stadtzentrum. Doch nicht nur in dieser Form ist das Wasser in der Stadt pr\u00e4sent, vielmehr begegnet man dem k\u00fchlen Nass an nahezu jeder zweiten Ecke aufs Neue. \u00d6ffentliche Trinkbrunnen spenden aus dem Maul des ebenfalls immer wieder anzutreffenden \u201eTorinos\u201c eine stets willkommene Erfrischung. F\u00fcr diese kostenlose Wasserversorgung sind Turiner und Touristen wie ich gleicherma\u00dfen dankbar, besonders wenn es in der Tallage wie so oft sommerlich schw\u00fcl ist. Sirrend ziehen die zahllosen Mauersegler ihre wilden Bahnen oben zwischen den H\u00e4userfronten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7424\" aria-describedby=\"caption-attachment-7424\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7424 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/IMG_7511x-1-1008x672.jpg\" alt=\"IMG_7511x\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7424\" class=\"wp-caption-text\">Selbst die Stra\u00dfenbahn passt zum Flair der Stadt<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Gro\u00dfer Sport und eine gro\u00dfe Trag\u00f6die<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sportlich gesehen spielt Turin nicht nur in der ersten Liga, sondern in der Champions League. Die amtierenden italienischen Meister von Juventus Turin um Sami Khedira d\u00fcrften den meisten ein Begriff als Gegner der Bayern aus M\u00fcnchen sein. Doch Turin ist nicht auf Juventus zu reduzieren, es weist auch einen anderen bedeutenden Fu\u00dfballclub in seiner Geschichte auf: Den AC, genannt \u201eGrande Torino\u201c. In den 1940er-Jahren gewann die Mannschaft f\u00fcnfmal in Folge den Ligatitel, ehe ein furchtbares Ungl\u00fcck f\u00fcr das traurige und abrupte Ende einer \u00c4ra sorgte. Beim Anflug auf den lokalen Flughafen zerschellte am 4. Mai 1949 bei starkem Nebel die Maschine der Mannschaft am bereits erw\u00e4hnten Hausberg Superga, wobei alle Insassen ums Leben kamen. Auf einen Schlag wurde nahezu die gesamte Mannschaft des AC Torino und ein betr\u00e4chtlicher Teil der Italienischen Nationalmannschaft dahingerafft. Heute lebt das sportliche Erbe dieser Mannschaft im FC Turin weiter, welcher sich jedoch schwertut, an vergangene Erfolge anzukn\u00fcpfen. Unter den Tisch fallen darf bei sportlicher Betrachtung Turins keinesfalls die Ausrichtung der XX.Olympischen Winterspiele vor zehn Jahren, an welche auch deutsche Sportler gute Erinnerungen haben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7417\" aria-describedby=\"caption-attachment-7417\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7417 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/IMG_7422x-1008x672.jpg\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7417\" class=\"wp-caption-text\">Torino, amore mio!<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Torino \u2013 eine Herzensangelegenheit<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun jedoch zu dem, was eine Stadt wirklich ausmacht. Industrie hin, Kultur her; Architektur da, Sport dort. Was w\u00e4re die Stadt Turin ohne ihre Menschen? Sie w\u00e4re nicht halb so sch\u00f6n und liebenswert, denn selten habe ich mich so freundlich aufgenommen und wohl in einer fremden Stadt gef\u00fchlt wie in Turin. Ungezwungen einen Espresso, eine Pizza oder ein Eis auf einem der vielen Pl\u00e4tze in der Innenstadt zu genie\u00dfen, ist wohlm\u00f6glich die Kr\u00f6nung einer Reise nach Turin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Man muss die Stadt erleben, um es zu verstehen. Und wie sagte schon der Fuchs in \u201eDer kleine Prinz\u201c des Franzosen Antoine de Saint-Exupery: \u201eMan sieht nur mit dem Herzen gut.\u201c Das gilt auch in Italien. Und jeder, der den kleinen Stier im Herzen des Piemont besucht, tut gut daran, diesem Rat zu folgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Fotos:<\/span> Marko Knab<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bild Strichm\u00e4nnchen: <a href=\"https:\/\/flic.kr\/p\/JvbCUg\">https:\/\/flic.kr\/p\/JvbCUg<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Urlaub in Italien: Eine Liebeserkl\u00e4rung an Turin, die Stadt mit dem kleinen Stier.<\/p>\n","protected":false},"author":297,"featured_media":7418,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[534,922,316],"tags":[11,2411,34,2412,2413,2414,480,2415,18,19,2416,145,2417],"class_list":["post-7296","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-alltagswelten","category-student-lifestyle","category-studentenleben","tag-featured","tag-italien","tag-kultur","tag-kupferblau-goes","tag-piemont","tag-po","tag-semesterferien","tag-stier","tag-studierende","tag-tubingen","tag-turin","tag-uni","tag-urlaub"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7296","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/297"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7296"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7296\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23785,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7296\/revisions\/23785"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7296"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7296"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7296"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}