{"id":7364,"date":"2016-07-20T20:26:58","date_gmt":"2016-07-20T20:26:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=7364"},"modified":"2021-02-20T15:04:39","modified_gmt":"2021-02-20T15:04:39","slug":"vom-jazz-groupie-zum-punk-genius","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2016\/07\/20\/vom-jazz-groupie-zum-punk-genius\/","title":{"rendered":"Vom Jazz-Groupie zum Punk-Genius"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Too much Hitze und trotzdem war das Ribingurumu gestern Abend voll. Der Grund: Tobias Jundt, Kopf des <a href=\"http:\/\/www.bonaparte.cc\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bandprojekts<\/a> Bonaparte. Querfeldein lud ihn zur letzten Veranstaltung des Semesters ein &#8211; er kam, sprach und sang.<\/strong><\/em><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bonaparte ist bekannt f\u00fcr seine B\u00fchnenshows: Kunstblut, entbl\u00f6\u00dfte Br\u00fcste, Tiermasken \u2013 im Ribi ging\u2019s jedoch ganz gesittet zu. Tobias Jundt nahm auf dem Sofa platz, die Gitarre in Reichweite mit dem Ziel, den Moderator so wenig wie m\u00f6glich zu Wort kommen zu lassen.\u00a0Sechs Jahre alt sei er gewesen, als der Schweizer seinen ersten Song schrieb. Heute tourt er mit Bonaparte und seinem aktuellen Nebenprojekt <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/muleandman\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mule &amp; Man<\/a> durch die Lande. Sein Musikstil bewegt sich zwischen <a href=\"http:\/\/sz-magazin.sueddeutsche.de\/texte\/anzeigen\/41821\/Sagen-Sie-jetzt-nichts-Tobias-Jundt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Punk, Rock und Elektronik<\/a>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch der Weg dorthin verlief keinesfalls geradeaus. Als \u201efanatischstes Jazz-Groupie Europas\u201c bel\u00e4stigte er regelm\u00e4\u00dfig Jazz-Musiker in Paris; in der 9. Klasse bekam er ein Stipendium f\u00fcr ein Musik-College in den Vereinigten Staaten. Doch statt den vermeintlich erfolgsversprechenden Weg zu gehen, beendete er die Schule und ging auf Reisen. In Neuseeland putzte er Fritteusen, in Miami reparierte er Boote und in Einkaufszentren musste er Handys verkaufen. Doch bei dem Groupie und Tausendsassa r\u00fcckte die k\u00fcnstlerische Seite in den Mittelpunkt. Er schrieb mehr eigene Songs und gr\u00fcndete 2006 schlie\u00dflich das Bandkollektiv Bonaparte \u2013 denn eine Alternative zur Musik habe es f\u00fcr ihn nicht gegeben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7362\" aria-describedby=\"caption-attachment-7362\" style=\"width: 1018px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7362 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Saal-1018x672.jpg\" alt=\"Saal\" width=\"1018\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7362\" class=\"wp-caption-text\">Gitarre statt Kunstblut \u2013 entspannter Abend im vollen Ribi.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ersten zwei Jahre sei Bonaparte eine offizielle Mitfahrzentrale gewesen. Performer, Musiker, Leute, die vom Stra\u00dfenrand aufgesammelt wurden, standen mit ihm auf der B\u00fchne. \u201eDie Band war ein Lebensstil\u201c, auf der B\u00fchne und im echten Leben. F\u00fcr Tobias war es die intensivste Zeit. Es sei so gut gewesen, dass sie nicht aufh\u00f6ren wollten. Dann kam das erste Album. Es klinge schei\u00dfe, die Single sei zu 200% ehrlich, es sei die coolste Platte, die Tobias je gemacht habe.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch mag den Exzess, ich mag es an die Grenzen zu gehen\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sp\u00e4ter wurden die B\u00fchnenshows krasser, die neue Zusammensetzung habe im Leben abseits der B\u00fchne jedoch einer Fotomontage geglichen. Es war weniger famili\u00e4r, die Shows daf\u00fcr professioneller. Auch die Maske auf der B\u00fchne fiel: \u201eIrgendwann wusste ich: Ich will nicht alt werden wie Kiss, nicht jeden Abend Schminke auflegen m\u00fcssen\u201c.\u00a0Bonaparte soll nicht nur Show sein, hinter dem Sarkasmus und der Ironie stecke mehr. Die Musik solle beides: eine Message r\u00fcberbringen und dabei trotzdem unterhaltsam sein.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7363\" aria-describedby=\"caption-attachment-7363\" style=\"width: 1036px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7363 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Spiel-1036x672.jpg\" alt=\"Spiel\" width=\"1036\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7363\" class=\"wp-caption-text\">Kein b\u00f6ses Wort \u2013 bei einem Spiel sollte Jundt die Platten anderer K\u00fcnstler beurteilen.<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Was steckt hinter der Maske?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tobias sieht sich selbst nicht als S\u00e4nger, sondern Songwriter der Band. Die meiste Zeit verbringe er damit Ideen zu sammeln, Sounds zu basteln, zu produzieren und dies mit viel Bauchgef\u00fchl. \u201eIch bin nur am Mikro, weil es kein anderer tun will\u201c. Songs schreibe er auch f\u00fcr andere K\u00fcnstler, aber nicht unbedingt welche, die er mag.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eMa\u00f1ana forever. Das sagt man als Student&#8230; wie viele Jahre lang?\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Tobias unterhielt das T\u00fcbinger\u00a0Publikum mit Anekdoten und Live-Musik. Mit abwechselnd Gitarre oder Schnapsglas in der Hand brachte er die Leute im Raum zum Lachen und Mitsingen.\u00a0Doch er regte auch zum Nachdenken an: Es sei ein langer Weg, um herauszufinden, wer man ist. Und bis dahin solle man so viele verschiedene Dinge tun und Erfahrungen wie m\u00f6glich sammeln.\u201eMan muss Dinge machen, die sinnlos erscheinen, denn irgendwann machen sie Sinn.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Fotos:<\/span> Julia Klaus<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Too much Hitze und trotzdem war das Ribingurumu gestern Abend voll. Der Grund: Tobias Jundt, Kopf des Bandprojekts Bonaparte. 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