{"id":7398,"date":"2016-08-04T11:19:17","date_gmt":"2016-08-04T09:19:17","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=7398"},"modified":"2016-08-04T11:19:17","modified_gmt":"2016-08-04T09:19:17","slug":"blumen-in-kabul","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2016\/08\/04\/blumen-in-kabul\/","title":{"rendered":"Blumen in Kabul?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Alle sprechen von Integration \u2013 doch wie kann das eigentlich funktionieren? T\u00fcbinger haben zusammen mit Gefl\u00fcchteten ein Fotoprojekt auf die Beine gestellt und geben damit ein gelungenes Beispiel daf\u00fcr, wie man sich kennen- und verstehen lernen kann.<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Seit 2001 bietet der Verein <a href=\"https:\/\/www.shedhalle.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Shedhalle T\u00fcbingen e.V.<\/a> ein Forum f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische K\u00fcnste in der Shedhalle des alten Schlachthofs, gleich hinter dem Brechtbau. In diesem Zusammenhang werden unter anderem Kunstfestivals, Konzerte und Workshops organisiert. Anfang diesen Jahres funktionierte die Stadt T\u00fcbingen die Halle zu einer Unterkunft f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge um. Der Shedhalle T\u00fcbingen e.V. bietet seitdem ein buntes Programm an, das offen f\u00fcr alte, neue und vor\u00fcbergehende T\u00fcbinger ist.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Integration durch Fotografie<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir w\u00fcnschen uns, die Neuank\u00f6mmlinge mit einem umfangreichen Kunst- und Kulturprogramm von Anfang an unterst\u00fctzen zu k\u00f6nnen\u201c, sagt Katharina M\u00fcller vom Vorstand des Shedhalle T\u00fcbingen e.V..\u00a0Aus diesem Angebot ging ein Fotoprojekt hervor, dessen Ergebnisse vom 5. &#8211; 28. August in einer Ausstellung zu sehen sein werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die 28-j\u00e4hrige Kati Trinkner, studiert Literatur\u2013 und Kulturtheorie an der Uni T\u00fcbingen und nahm als \u201ealte\u201c T\u00fcbingerin am Projekt teil. Sie beschreibt es folgenderma\u00dfen:\u00a0\u201eDas Projekt ist ein partizipatives Fotoprojekt, bei dem Fl\u00fcchtlinge und T\u00fcbinger unter Anleitung fotografieren lernen. So soll vor allem eine Gemeinsamkeit geschaffen werden, bei der alle auf einer Ebene zusammenarbeiten, voneinander lernen und sich kennenlernen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_7401\" aria-describedby=\"caption-attachment-7401\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7401 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Bild1-1008x672.jpg\" alt=\"Bild1\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7401\" class=\"wp-caption-text\">Teilnehmer des Projekts \u00fcben den Umgang mit der Kamera und entdecken dabei mit viel Spa\u00df und Interesse T\u00fcbingen.<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">T\u00fcbingen durch die Linse sehen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr den Hauptteil des Projektes erkundeten die Teilnehmer gemeinsam T\u00fcbingen und seine Umgebung. Die Gruppe besuchte Orte wie das Schloss Hohent\u00fcbingen, Lustnau und Bebenhausen, aber auch typische T\u00fcbinger Attraktionen und Veranstaltungen &#8211; wie zum Beispiel das Stocherkahnrennen \u2013 und schoss dabei nat\u00fcrlich Fotos.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDer Sinn des Projekts war, dass die Teilnehmer einen Einblick in den Umgang mit der Kamera bekommen und T\u00fcbingen durch die Linse sehen\u201c, sagt Franziska Kunz, 24, die Empirische Kulturwissenschaften und Soziologie studiert und ebenfalls beim Projekt mitgewirkt hat.\u00a0Begleitet wurden sie von einem professionellen Fotografen des Shedhallen-Teams, der stets mit Rat und Tat zur Seite stand.\u00a0F\u00fcr Tareq Alwawi, 33, der aus Syrien kommt und Medienwissenschaft studiert hat, war das eine tolle Gelegenheit. \u201eIch habe fr\u00fcher nur hobbym\u00e4\u00dfig fotografiert. In dem Kurs habe ich viel \u00fcber die professionelle Fotografie erfahren und Neues von anderen gelernt.\u201c<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Ein L\u00e4cheln ist \u00fcberall ein L\u00e4cheln<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Franziska erz\u00e4hlt, bei der Zusammenarbeit sei ihr aufgefallen, dass vor allem Sprache ein wichtiger Faktor ist. Gleichzeitig sei es aber auch sch\u00f6n zu sehen, dass man sich trotz verschiedener sprachlicher und kultureller Hintergr\u00fcnde manchmal auch ganz ohne Worte versteht. Mit \u201eEin L\u00e4cheln ist \u00fcberall ein L\u00e4cheln\u201c, fasst sie diese Erfahrung zusammen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch etwas \u00dcberraschendes bemerkten die beiden T\u00fcbingerinnen. \u201eNach einiger Zeit fiel uns auf, dass viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer immer wieder Blumen fotografierten. Und das nicht nur, weil sie so ein dankbares Motiv abgeben\u201c, erz\u00e4hlt Kati, \u201esondern weil sie f\u00fcr sie etwas Au\u00dfergew\u00f6hnliches sind.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEs wachsen keine Blumen in Kabul\u201c ist ein Zitat einer Teilnehmerin aus Afghanistan dazu.\u00a0\u201eDiesen Ausspruch fanden wir sehr passend \u2013 auf mehreren Ebenen\u201c, erkl\u00e4rt Franziska. Daher waren sich alle schnell einig, dass die Ausstellung der Fotos diesen Titel tragen sollte.\u00a0\u201eDa wird man darauf gesto\u00dfen, dass nicht alles selbstverst\u00e4ndlich ist und man sieht seine Stadt selbst mit neuen Augen\u201c, meint die 24-j\u00e4hrige T\u00fcbingerin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und auch die \u201eneuen\u201c T\u00fcbinger konnten viel von der Zusammenarbeit mitnehmen. \u201eEs war interessant, etwas \u00fcber andere Kulturen zu lernen. Wir brauchen mehr Projekte wie diese. Das Wichtigste ist die Integration\u201c, sagt Tareq, der seit 8 Monaten in T\u00fcbingen lebt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7402\" aria-describedby=\"caption-attachment-7402\" style=\"width: 896px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7402 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Bild2-896x672.jpg\" alt=\"Bild2\" width=\"896\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7402\" class=\"wp-caption-text\">Die Gruppe &#8211; neue und alte T\u00fcbinger gehen zusammen auf Fototour.<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Eine bunte Mischung<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zus\u00e4tzlich zu dem Hauptteil des Projekts gibt es noch zwei kleinere Teile, deren Ergebnisse ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sein werden.\u00a0Zum einen dokumentierte jeder, der an dem Projekt teilnahm, einen ganz normalen Tag aus seinem Leben mit Fotos. \u201eDabei sind sehr interessante und auch lustige Bilder entstanden\u201c, lacht Kati mit einem Augenzwinkern.\u00a0F\u00fcr einen weiteren Teil der Ausstellung verteilten die Teilnehmer Einwegkameras in Fl\u00fcchtlingsunterk\u00fcnften, damit die Besucher einen noch direkteren Einblick bekommen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Vernissage findet am 04. August um 19 Uhr in der Kulturhalle statt. Neben den ausgestellten Fotos erwartet die Besucher an diesem Abend ein abwechslungsreiches Programm mit verschiedenen Reden, Tanz und Musik.<br \/>\n\u201eDie Ausstellung ist ein bunte Mischung von Dingen, die wir zusammen gesehen und erlebt haben. Ein Blick auf T\u00fcbingen\u201c, sagt Kati \u2013 und das aus vielen verschiedenen Perspektiven.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Weitere Informationen im Flyer:<\/span>\u00a0<a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/Flyer_Es-wachsen-keine-Blumen-in-Kabul.pdf\">Es wachsen keine Blumen in Kabul<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><span style=\"text-decoration: underline;\">Fotos:<\/span> Shedhalle T\u00fcbingen e.V.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alle sprechen von Integration \u2013 doch wie kann das eigentlich funktionieren? 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