{"id":7474,"date":"2016-10-04T21:37:58","date_gmt":"2016-10-04T21:37:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=7474"},"modified":"2021-02-20T15:01:59","modified_gmt":"2021-02-20T15:01:59","slug":"das-reich-von-schnee-und-fels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2016\/10\/04\/das-reich-von-schnee-und-fels\/","title":{"rendered":"Das Reich von Schnee und Fels"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Im Urlaub sollte man am liebsten die F\u00fc\u00dfe hochlegen\u00a0und die Sonne genie\u00dfen.\u00a0Regeneration ist das Zauberwort, erholen vom Alltag. Doch was, wenn die Entspannung in der k\u00f6rperlichen Bet\u00e4tigung liegt und die Regeneration daraus folgend geistiger Natur ist? Dann ist eine M\u00f6glichkeit, die Wanderschuhe zu schn\u00fcren und in den Alpen Gipfel, P\u00e4sse und T\u00e4ler zu beschreiten.<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schritt f\u00fcr Schritt geht es voran, langsam stapfend, und das Atmen f\u00e4llt in der d\u00fcnnen Luft schwer. Hinter dem wei\u00dfen Schneefeld erhebt sich granitgrau der Gipfel gegen den Himmel. Die Sonne im R\u00fccken ist der Blick immer auf das leuchtende Metallkreuz auf der Spitze fixiert, w\u00e4hrend die Sohlen den Firn knirschen lassen. Es wird steiler, zum Vorankommen m\u00fcssen nun auch die H\u00e4nde benutzt werden. Der Fels f\u00fchlt sich rau und kalt an, vom Wind und Wetter der unz\u00e4hligen Jahre geformt. Laut kr\u00e4chzend gleiten drei Dohlen vorbei, doch dann pl\u00f6tzlich\u2026<\/p>\n<figure id=\"attachment_7478\" aria-describedby=\"caption-attachment-7478\" style=\"width: 1038px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7478 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/P1060055_edited-1038x584.jpg\" alt=\"P1060055_edited\" width=\"1038\" height=\"584\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7478\" class=\"wp-caption-text\">Auf dem Weg zum Gipfel m\u00fcssen in 3000 Metern H\u00f6he auch Schneefelder gequert werden. Foto: Felix M\u00fcller.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u2026klingelt der Wecker ohrenbet\u00e4ubend um sechs Uhr in der Fr\u00fch. Der Bergsteigertraum verblasst, doch wird er bald Wirklichkeit werden. Nur vielleicht nicht ganz so theatralisch. Die Alpen laden ein, zu gro\u00dfen und kleinen Abenteuern. F\u00fcr jeden Urlauber ist etwas dabei, denn von der Gipfeltour von Biwak zu Biwak bis hin zu Tagestouren mit einem kleinen Ferienh\u00e4uschen als Basislager ist nahezu alles m\u00f6glich. Mit dem Auto geht es dieses Mal in das Herz der Schweiz ins Wallis, genauer gesagt in ein Ferienhaus im L\u00f6tschental, das sich von einem Gletscher aus zum Rhonetal hin \u00f6ffnet.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7479\" aria-describedby=\"caption-attachment-7479\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7479 size-full\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/30116934835_d512ccd0da_z.jpg\" alt=\"30116934835_d512ccd0da_z\" width=\"640\" height=\"426\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7479\" class=\"wp-caption-text\">Das Matterhorn steht Portr\u00e4t f\u00fcr die bekannte Toblerone-Schokolade.<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Vorsicht ist besser als Nachsicht<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer sich zum ersten Mal in die Berge begibt, um dort zu wandern, sollte sich zun\u00e4chst ausgiebig informieren. Die richtige Ausr\u00fcstung f\u00fcr das geplante Vorhaben, Kartenmaterial um im Gebirge den richtigen Weg zu finden und Kenntnis \u00fcber das schnell wechselnde Wetter sind dabei unerl\u00e4sslich, denn schon vielen unvorbereiteten Urlaubern wurde eine zu blau\u00e4ugige Herangehensweise zum Verh\u00e4ngnis. Doch schenkt man dem allen Beachtung, er\u00f6ffnet sich einem die beeindruckende und facettenreiche Bergwelt wie im Flug oder besser noch steten Schrittes.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7480\" aria-describedby=\"caption-attachment-7480\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7480 size-full\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/30116925945_604b083c2a_z.jpg\" alt=\"30116925945_604b083c2a_z\" width=\"640\" height=\"426\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7480\" class=\"wp-caption-text\">Vor der Wanderung immer die Wetterprognose \u00fcberpr\u00fcfen, damit man nicht von Wolken und Niederschlag \u00fcberrascht wird. Foto: Felix M\u00fcller.<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Vielf\u00e4ltige Flora und Fauna<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu Beginn des Urlaubs sollten gem\u00e4\u00dfigte Wanderungen wie entlang des L\u00f6tschentaler H\u00f6henwegs der Akklimatisierung dienen. Doch schon auf den gr\u00fcnen Bergwiesen und in stillen L\u00e4rchenw\u00e4ldern kann man das zugleich raue und sch\u00f6ne Naturereignis erahnen. Die Wanderwege sind ges\u00e4umt von Hauswurz, der sich an Felsen festkrallt, Arnika und Enzian; und das Pfeifen der Murmeltiere begleitet jeden Schritt. Mit viel Gl\u00fcck und am richtigen Ort lassen sich auch G\u00e4msen und Steinb\u00f6cke bei Kletteraktionen beobachten, die man Huftieren normalerweise nicht zutrauen w\u00fcrde.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7481\" aria-describedby=\"caption-attachment-7481\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7481 size-full\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/29821931530_9fdbb48ac3_z.jpg\" alt=\"29821931530_9fdbb48ac3_z\" width=\"640\" height=\"426\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7481\" class=\"wp-caption-text\">Im Hochgebirge gibt es auch zahlreiche Sch\u00e4tze der Flora. Foto: Felix M\u00fcller.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Landschaft ist gepr\u00e4gt von Gletschern und Wetter, dem mit dem R\u00fcckgang des Eises alles ausgeliefert ist. Und nat\u00fcrlich dem Menschen, der Herr auf dem Grunde der T\u00e4ler ist und auch die Sonnenseiten der Bergflanken mit seinen Alpen und Ferienh\u00e4usern erobert hat. Neben rustikalen Erzeugnissen wie K\u00e4se, Schinken und R\u00f6sti punktet die Region auch mit Schokolade und Wein von den H\u00e4ngen im Rhonetal. Den Gipfel des Tourismus bilden Orte wie Zermatt, vollgestopft mit Hotels, Victorinox-Gesch\u00e4ften und Menschen, in denen Alphornkonzerte vor dem Bahnhof zum guten Ton geh\u00f6ren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7482\" aria-describedby=\"caption-attachment-7482\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7482 size-full\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/29822082200_78dd2f24a8_z.jpg\" alt=\"29822082200_78dd2f24a8_z\" width=\"640\" height=\"425\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7482\" class=\"wp-caption-text\">Auch Stauseen pr\u00e4gen das Bild der Alpen &#8211; und sorgen f\u00fcr ausreichend Strom. Foto: Felix M\u00fcller.<\/figcaption><\/figure>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Die Welt der Viertausender<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Doch h\u00e4lt man sich ein wenig abseits, kann man das Bergpanorama in aller Ruhe genie\u00dfen. Daf\u00fcr reichen zum Gl\u00fcck oft schon einige hundert Schritte, wie zum Beispiel von der Bergstation der Gornergratbahn mit seinen Massen an Flip-Flops-tragenden Touris. Dann kann man den Blick schweifen lassen, vom Massiv des Monte Rosa bis hin zum weltber\u00fchmten \u201eTobleroneberg\u201c, dem Matterhorn. Sollte man dann auch noch, je nach Verfassung, hoch hinauswollen, kann man teilweise sogar fast die ganze Schweiz \u00fcberblicken. F\u00fcr die Besteigung des 3293 Meter hohen Hockenhorns ben\u00f6tigt man zwar doch eine gewisse Kondition und sollte fr\u00fch am Morgen aufbrechen, doch der Eintrag in das Gipfelbuch und der sich dort bietenden Ausblick entlohnt jegliche Anstrengung.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7483\" aria-describedby=\"caption-attachment-7483\" style=\"width: 1038px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7483 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/WP_20160813_13_36_07_Pro_edited-1038x585.jpg\" alt=\"WP_20160813_13_36_07_Pro_edited\" width=\"1038\" height=\"585\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7483\" class=\"wp-caption-text\">Vom Gipfel des Hockenhorns kann man vom Matterhorn bis zu Jungfrau, Eiger und M\u00f6nch blicken. Foto: Felix M\u00fcller.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine Tasse Kaffee, ein wenig Geb\u00e4ck und ein gutes Buch auf dem Balkon mit Blick auf den K\u00f6nig des L\u00f6tschentals, das fast 4000 Meter hohe Bietschhorn, so lassen sich auch Regenerationstage aushalten. Man muss sich ja nicht an jedem Tag ersch\u00f6pft ins Bett fallen lassen. Ebenso laden die historischen Ortschaften auf den ein oder anderen Spaziergang ein. In Raron l\u00e4sst sich das Grab Rainer Maria Rilkes besichtigen, malerisch an der Seite einer Kirche an einer Felswand gelegen, und Leuk erinnert in seiner Lage und Architektur fast an ein norditalienisches Dorf.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7484\" aria-describedby=\"caption-attachment-7484\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7484 size-full\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/30032909561_942f762476_z.jpg\" alt=\"30032909561_942f762476_z\" width=\"640\" height=\"426\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7484\" class=\"wp-caption-text\">Das sch\u00f6ne Leuk hat mit der Stephanskirche hat auch gruseliges zu bieten: Eine Mumie und zwanzig Meter aufgestapelte Sch\u00e4del. Foto: Felix M\u00fcller.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Anstrengend, so kann man einen Urlaub in den Schweizer Alpen getrost nennen. Allerdings sowohl anstrengend, als auch lohnend f\u00fcr Geist und K\u00f6rper. So schwer die Beine auch sind, die Eindr\u00fccke der Tage in den Bergen wirken noch lange nach und, was auch nicht verkehrt ist, f\u00fchlt sich die Besteigung des Schlossbergs oder der Fu\u00dfweg ins WHO gleich viel leichter an. Nur die mitgebrachte Schweizer Schokolade ist beim Schreiben an Hausarbeiten schneller wieder weg, als man gucken kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Titelbild: Felix M\u00fcller.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Urlaub sollte man am liebsten die F\u00fc\u00dfe hochlegen\u00a0und die Sonne genie\u00dfen.\u00a0Regeneration ist das Zauberwort, erholen vom Alltag. 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