{"id":7490,"date":"2016-10-05T12:13:42","date_gmt":"2016-10-05T10:13:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=7490"},"modified":"2016-10-05T12:13:42","modified_gmt":"2016-10-05T10:13:42","slug":"somme-sonne-leben-retten-semesterferien-mal-anders","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2016\/10\/05\/somme-sonne-leben-retten-semesterferien-mal-anders\/","title":{"rendered":"Sommer, Sonne, Leben retten &#8211; Semesterferien mal anders"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Jedes Jahr bewachen ehrenamtliche Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) die Nord- und Ostseestr\u00e4nde Deutschlands. Darunter befinden sich auch viele Studierende, die im Sommer den Weg an die deutschen K\u00fcsten antreten und \u00fcber die Badeg\u00e4ste wachen.<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zwischen Hausarbeiten und Ferienjob falle ich wie sicher einige Gleichgesinnte in den Semesterferien gerne in das gut bekannte Sommerloch. Abwechslung und ein Tapetenwechsel sind also gefragt. Seit vier Jahren gehe ich als waschechtes Schwabenkind dazu gerne in den Norden und kombiniere, w\u00e4hrend einer aufregenden und herausfordernden Wache an der See, Urlaub und Ehrenamt. Dieses Jahr war ich dazu in Gr\u00f6mitz, an der Ostsee.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7493\" aria-describedby=\"caption-attachment-7493\" style=\"width: 896px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7493 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/P1090195-896x672.jpg\" alt=\"P1090195\" width=\"896\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7493\" class=\"wp-caption-text\">Die fast 400 Meter lange Seebr\u00fccke in Gr\u00f6mitz bei Nacht. Foto: Fabian Allgaier.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sexy Badenixen in roten, knapp geschnittenen Badeanz\u00fcgen. Gut aussehende Muskelpakete in roten Shorts. Eine Rettungsboje stets griffbereit. Dann kommt der spektakul\u00e4re Einsatz, bei dem &#8211; m\u00f6glichst in Zeitlupe &#8211; unter lebensbedrohlichen Umst\u00e4nden aus den gef\u00e4hrlichsten Situationen gerettet wird. Immer in letzter Sekunde, immer mit Action, immer erfolgreich. So oder so \u00e4hnlich kennt man die Lebensretter aus Baywatch. L\u00e4sst man aber die heldenhaften Zeitlupenrettungen und spektakul\u00e4ren Unf\u00e4lle weg, hat man genau das, was im Sommer an den Str\u00e4nden zu beobachten ist. In rot gekleidete Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer, die das Wasser bewachen, vorausschauend warnen, im Ernstfall eingreifen und f\u00fcr jedwede Verletzungen am und im Wasser parat stehen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Ehrenamtlich und wichtig<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eViele Leute untersch\u00e4tzen die Gefahren am Meer. Sie denken das ist wie im Schwimmbad, dann geraten sie in eine Str\u00f6mung und es ist schnell etwas passiert\u201c, erkl\u00e4rt Benjamin Metoui, der diesen Sommer f\u00fcr zwei Wochen Wachleiter an der Rettungswache Gr\u00f6mitz war. Das eigens benannte Ostseebad der Sonnenseite liegt mit seinen knapp achttausend Einwohnern in der L\u00fcbecker Bucht und z\u00e4hlt zu den beliebtesten Ostseestr\u00e4nden Deutschlands.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die DLRG hat hier einen Strandabschnitt mit einer L\u00e4nge von acht Kilometern zu bewachen, und ist mit einer 45-k\u00f6pfigen Wachmannschaft die Gr\u00f6\u00dfte von 89 Wachen an der Nord- und Ostsee. \u201eWir haben j\u00e4hrlich \u00fcber 400 ertrinkende Menschen im ganzen Bundesgebiet, w\u00e4re die DLRG nicht da, k\u00f6nnte man mit dem Doppelten bis Dreifachen an Ertrinkungsopfern rechnen\u201c, so Metoui weiter. Da die meisten t\u00f6dlichen Unf\u00e4lle meist an Gew\u00e4ssern ohne Aufsicht passieren, zeigt sich wie sinnvoll und n\u00f6tig die Aufsicht an den gro\u00dfen Str\u00e4nden ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7494\" aria-describedby=\"caption-attachment-7494\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7494 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/DSCF3417-1008x672.jpg\" alt=\"DSCF3417\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7494\" class=\"wp-caption-text\">Gutes Wetter bedeutet viele G\u00e4ste und viel Arbeit. Doch in der Freizeit k\u00f6nnen auch die Retter das k\u00fchle Nass genie\u00dfen. Foto: Anja Kerber.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Einsatz an der K\u00fcste in den Sommermonaten erfolgt dabei auf ehrenamtlicher Basis. Aus ganz Deutschland kommen daf\u00fcr Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer zusammen. Voraussetzung ist das deutsche Rettungsschwimmabzeichen in Silber, sowie ausf\u00fchrliche Erste-Hilfe-Kenntnisse. Viele Einsatzkr\u00e4fte haben zudem einen Sanit\u00e4ter, sind ausgebildete Rettungshelfer oder Bootsf\u00fchrer. Unterkunft und Verpflegung werden f\u00fcr alle gestellt, ein Gehalt gibt es daf\u00fcr nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir wollen den Dienst f\u00fcr die anderen Menschen leisten, damit sie ihren Urlaub sicher genie\u00dfen k\u00f6nnen\u201c, erkl\u00e4rt Michael Wirtz seine Motivation. Dem Jurastudenten gef\u00e4llt besonders, dass man neben der Arbeit auch immer neue Leute kennenlernt. \u201eWir haben alle dasselbe Ziel, n\u00e4mlich zu helfen, aber man kann hier auch Freunde f\u00fcrs Leben finden\u201c, freut sich der 25-J\u00e4hrige. Die Wachmannschaft ist an jeder Station und jedes Jahr aufs Neue immer bunt gemixt. \u201eWir hatten dieses Jahr unter anderem Krankenpfleger, Schlosser, B\u00e4nker, einen Koch, Sch\u00fcler und einige Studierende in der Mannschaft\u201c, wei\u00df Lea Bohn zu erz\u00e4hlen, die selbst Auszubildende ist und dieses Jahr das erste Mal mit an die K\u00fcste kam.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Kleine und gro\u00dfe Aufgaben<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Wachtag selbst ist klar strukturiert. Um 9 Uhr muss die gesamte Mannschaft in Einsatzkleidung den Dienst antreten, der dann bis 18 Uhr &#8211; bei sehr gutem Wetter auch mal l\u00e4nger &#8211; andauert. Gew\u00f6hnlich sind zwei Personen pro Turm eingeteilt, der Abschnitt in Gr\u00f6mitz umfasst dabei acht T\u00fcrme. Jede Besatzung ist f\u00fcr die eigenen Rettungsmittel wie Rettungsgurte, Trage, Sanit\u00e4tsrucksack, Fernglas und Megafon verantwortlich. Mit der sogenannten Hauptwache, wo auch der Wachleiter stationiert ist, ist jeder Turm st\u00e4ndig \u00fcber Funk verbunden. So kann im Ernstfall schnell Unterst\u00fctzung angefordert, eine Kinder- oder Elternsuchmeldung koordiniert und jeder Einsatz l\u00fcckenlos dokumentiert werden. Zus\u00e4tzlich zu der Turmbesatzung gibt es zwei Einsatzboote der DLRG samt Bootsbesatzung. \u201eDas ist notwendig, um weiter drau\u00dfen schnell an Ort und Stelle zu sein. Vor allem bei abtreibenden Kindern in Schlauchbooten oder auf Luftmatratzen mussten wir dieses Jahr h\u00e4ufig eingreifen\u201c, erkl\u00e4rt Metoui.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7495\" aria-describedby=\"caption-attachment-7495\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7495 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/DSCF3275-1008x672.jpg\" alt=\"DSCF3275\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7495\" class=\"wp-caption-text\">Bei schlechtem Wetter werden auch mal \u00dcbungen durchgef\u00fchrt, wie hier mit beiden DLRG-Einsatzbooten. Foto: Anja Kerber.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dieses Jahr sei das Wetter \u00fcberwiegend gut gewesen, sodass der Strand- und Badebetrieb fast immer hoch war. Es wurde viel gewarnt und fr\u00fchzeitig auf Gefahren hingewiesen, sodass die Eins\u00e4tze im Wasser \u00fcberschaubar waren. An Land hingegen gab es mehr zu tun. \u201eNeben kleineren Schnittverletzungen, Insektenstichen oder Sch\u00fcrfwunden hatten wir dieses Jahr auch gr\u00f6\u00dfere Verletzungen, St\u00fcrze und beispielsweise einen allergischen Schock bei einem Kind, bei dem wir den Notarzt anfordern mussten\u201c, wei\u00df Michael zu erz\u00e4hlen. \u201eMan muss einfach \u00fcberall seine Augen offen halten.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Niklas Barabas, der auch schon h\u00e4ufiger an der K\u00fcste war, wei\u00df wie wichtig das ist: \u201eWir sitzen viel mit dem Fernglas auf dem Turm, um bei jedem Punkt am Horizont zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob das jetzt ein Mensch ist oder irgendetwas anderes\u201c, erkl\u00e4rt er. \u201eMan muss vielseitig agieren k\u00f6nnen und sich stets auf neue Situationen einstellen.\u201c Ein neunst\u00fcndiger Wachtag kann unter diesem Konzentrationsdruck durchaus sehr lang und anstrengend werden, belohnt w\u00fcrde man aber durch meist gutes Wetter und tolle Gespr\u00e4che mit dem Wachpartner.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Spa\u00df kommt nicht zu kurz<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier sind sich auch alle einig, trotz der harten Arbeit macht der Dienst an der K\u00fcste Spa\u00df. \u201eDie Arbeit ist hier nicht so schlimm, denn man ist ja nicht alle Tage am Meer\u201c, freut sich Niklas, der eigentlich Lehramtsstudent in Bayern ist. Au\u00dferdem sieht die Freizeitgestaltung der Mannschaft mindestens genauso umfangreich aus, wie die Arbeit am Tag. \u201eWir unternehmen viel zusammen, gehen Wasserski fahren, schwimmen gemeinsam, genie\u00dfen den Sonnenuntergang am Strand und abends wird fast immer zusammen gekocht.\u201c Trotz der Arbeit kommt der Spa\u00df also nicht zu kurz, und so opfern die Freiwilligen ihren Urlaub oder Studierende wie ich die Semesterferien gerne f\u00fcr diese Arbeit.<\/p>\n<p><figure id=\"attachment_7496\" aria-describedby=\"caption-attachment-7496\" style=\"width: 672px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7496 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/IMG_0335-e1475662248344-672x672.jpg\" alt=\"IMG_0335\" width=\"672\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7496\" class=\"wp-caption-text\">Gemeinsame Abende am Strand inklusive Sonnenuntergang vers\u00fc\u00dfen den Feierabend nach einem anstrengenden Wachtag. Foto: Anja Kerber.<\/figcaption><\/figure><br \/>\n<em>Titelbild: Anja Kerber.<\/em><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jedes Jahr bewachen ehrenamtliche Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) die Nord- und Ostseestr\u00e4nde Deutschlands. 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