{"id":7537,"date":"2016-10-27T14:57:13","date_gmt":"2016-10-27T14:57:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=7537"},"modified":"2021-02-20T15:01:07","modified_gmt":"2021-02-20T15:01:07","slug":"punk-fuer-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2016\/10\/27\/punk-fuer-europa\/","title":{"rendered":"Punk f\u00fcr Europa"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>\u201eEU &#8211; wozu? Eine Idee am Scheideweg\u201c war das Motto der Podiumsdiskussion im Erasmushaus. Politikexperten setzten sich ausf\u00fchrlich mit der Zukunft der EU auseinander.<br \/>\n<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sich mit der Europ\u00e4ischen Union zu besch\u00e4ftigen, ist aktuell. Das hat auch damit zu tun, dass die EU gemeinhin in der Krise gesehen wird: Die sogenannten Fl\u00fcchtlings- und Eurokrisen, die mangelnde Solidarit\u00e4t zwischen den Mitgliedsstaaten, Demokratiedefizit, der Brexit und ein in vielen Mitgliedsstaaten konstatierter Rechtsruck sind nur einige davon.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Au\u00dfenminister Steinmeier hat Anfang dieser Woche 400 junge Menschen ins Au\u00dfenministerium in Berlin geladen, um sich ein Stimmungsbild davon zu machen, wie die EU von der jungen Generation beurteilt wird. Ein \u00e4hnlich junges Format war, mit 70 \u00fcberwiegend Studierenden, am Mittwochabend im T\u00fcbinger Erasmushaus anzutreffen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Geladen waren Prof. Dr. Gabriele Abels vom T\u00fcbinger Institut f\u00fcr Politikwissenschaft, Dr. Knut Krohn vom Politik-Ressort der Stuttgarter Zeitung und Prof. Dr. Joachim Starbatty, der f\u00fcr die Allianz f\u00fcr Fortschritt und Aufbruch &#8211; in gewisser Weise einer Abspaltung der AfD &#8211; im Europ\u00e4ischen Parlament sitzt und f\u00fcr viele Jahre an der Universit\u00e4t T\u00fcbingen Volkswirtschaftslehre gelehrt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eEU &#8211; wozu? Eine Idee am Scheideweg\u201c \u2013 unter diesem Motto stand der Abend, der von der Katholischen Hochschulgemeinde veranstaltet wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Abend hatte Grundlegendes der Europ\u00e4ischen Union zum Ausgangspunkt und war somit auch Zuh\u00f6rern zug\u00e4nglich, die keine EU-Experten sind. So stand relativ am Anfang des Abends ein kurzes Input-Referat von Gabriele Abels, dazu, was genau die EU eigentlich ist.<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Volksentscheide sind sinnvoll wo sie sinnvoll sind<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bez\u00fcglich des Demokratiedefizits, das der EU oft vorgeworfen wird, meinte Krohn von der Stuttgarter Zeitung, dass undemokratische Strukturen manchmal nicht so schlecht seien. Er verwies auf Volksabstimmungen, deren immanentes Problem oftmals die geringe Informationsbereitschaft in der Bev\u00f6lkerung sei, deshalb meinte er: \u201eIch halte Volksentscheide f\u00fcr sinnvoll, wo sie sinnvoll sind, aber es muss nicht \u00fcber alles abgestimmt werden.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eine bestimmte Volksabstimmung stand nat\u00fcrlich besonders im Fokus: die Entscheidung des Brexit. Dieser, so war man sich auf dem Podium einig, verst\u00e4rke die Tendenzen der Disintegration und noch niemand wisse genau, wie der Austritt Gro\u00dfbritanniens aus der EU ablaufen werde. Abels nahm Bezug auf die vielen jungen Menschen, die nach dem Referendum in London mit \u201eI love EU\u201c Schildern in der Hand demonstrierten. \u201eDa dachte ich mir: Die Briten haben den Punk gemacht, jetzt k\u00f6nnten sie doch eine neue Jugendbewegung machen!\u201c<\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Einigung mit sechs ist viel leichter als mit 28<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">EU-Parlamentarier Starbatty, der sich der Einf\u00fchrung des Euro gegen\u00fcber sehr kritisch gibt, bezeichnete die Europ\u00e4ische Union als eine \u201ehinkende Konstruktion\u201c, da verpasst worden sei, der wirtschaftlichen Union eine politische Union folgen zu lassen. Die EU k\u00f6nne nur funktionieren, wenn die Politiken aller Mitgliedsstaaten in dieselbe Richtung gehen w\u00fcrden. In der jetzigen Form sei die EU eine \u201eZeitbombe\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abels stimmte der These Starbattys zu, dass verpasst worden sei, die politische Integration voranzutreiben. Sie f\u00fcgte hinzu, dass es logisch sei, dass \u201eEinigung mit sechs viel leichter ist als mit 28\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Frage nach L\u00f6sungsans\u00e4tzen f\u00fcr das Misstrauen in die EU von vielen Seiten, meinte Krohn, als Schritt in die richtige Richtung sollte man wieder mehr die positiven Seiten der EU hervorheben und sich auf die Grundwerte der EU, wie zum Beispiel den Friedensgedanken, besinnen. Jean-Monnet-Professorin Abels, deren Lehrstuhl nach einem der Gr\u00fcnderv\u00e4ter Europas benannt ist schloss: \u201eEs w\u00e4re ja verkehrt zu glauben, ohne die EU h\u00e4tten wir diese Krisen nicht, die Fl\u00fcchtlingsbewegungen zum Beispiel g\u00e4be es ja trotzdem. Der Unterschied ist: Es gibt keine guten Antworten, wenn man nationale Alleing\u00e4nge versucht.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEU &#8211; wozu? Eine Idee am Scheideweg\u201c war das Motto der Podiumsdiskussion im Erasmushaus. 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