{"id":7841,"date":"2016-11-22T12:15:10","date_gmt":"2016-11-22T11:15:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=7841"},"modified":"2016-11-22T12:15:10","modified_gmt":"2016-11-22T11:15:10","slug":"undurchschaubar-wie-dunkelbier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2016\/11\/22\/undurchschaubar-wie-dunkelbier\/","title":{"rendered":"Undurchschaubar wie Dunkelbier"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Wie es mit dem Bierkeller weitergeht, ist nach wie vor unklar. R\u00fcckhalt bekommt er von FSVV, StuRa und durch eine Petition. Das StuWe kann keine verbindlichen Aussagen machen. Kleiner Hoffnungsschimmer.<\/em><\/strong><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Zeile der Musikgruppe Deichkind aus dem Jahr 2000 bringt es ziemlich genau auf den Punkt, stimmen Kai und Luka vom <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/Bierkeller-T%C3%BCbingen-823159777764885\/?fref=ts\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bierkeller <\/a>zu. Sie wissen im Moment ebenso wenig, ob und wie es mit der legend\u00e4ren Studentenkneipe unter der Mensa in der Wilhelmstra\u00dfe weitergehen wird. Aber was genau ist die Sachlage? Nach dem Bericht vom 21.10.2016 im Tagblatt sind viele Besucher und das 15-k\u00f6pfige Betreiber-Team verunsichert. Im Rahmen des Zentralcampus-Konzepts werden kurz- und mittelfristig gro\u00dfe bauliche Ver\u00e4nderungen die geisteswissenschaftlichen Bereiche der Universit\u00e4t betreffen. Neben dem Schiebeparkplatz, der einem neuen Wohnheim weichen soll, ist auch die Mensa in der Wilhelmstra\u00dfe von den Planungen betroffen. Das Baudenkmal wird entgegen ersten Gedanken nicht abgerissen, sondern umgebaut. Dort fangen die Probleme an: Laut der aktuellen Planung soll der Vorplatz der Mensa abgesenkt werden. Die Konsequenz w\u00e4re, dass die Deckenh\u00f6he in den R\u00e4umen des Bierkellers zu niedrig werden w\u00fcrde. Weiterhin sind die R\u00e4ume in Zukunft als Lagerr\u00e4ume eingeplant \u2013 kurz gesagt: Das Ende des Bierkellers scheint besiegelt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7843\" aria-describedby=\"caption-attachment-7843\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7843 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/IMG_9816-1008x672.jpg\" alt=\"img_9816\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7843\" class=\"wp-caption-text\">Der Bierkeller ist eine Studentenkneipe mit Kult-Faktor und Tradition. Doch in letzter Zeit ist die Frage um seine Zukunft &#8222;undurchschaubar wie Dunkelbier&#8220;, nach einem Song von Deichkind.<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Katerstimmung?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neue \u00d6rtlichkeiten zu finden d\u00fcrfte ebenso schwierig werden, wie f\u00fcr die n\u00f6tige Infrastruktur zu sorgen. \u201eWenn der Bierkeller wirklich raus muss, wird es ihn wahrscheinlich nicht mehr geben\u201c h\u00e4lt Kai Stuber ganz realistisch fest. Der Mathematikstudent ist der aktuelle P\u00e4chter der unterirdischen R\u00e4ume. Er ist der Ansprechpartner des Teams von 14 gleichberechtigten Kollegen, sie alle verdienen sich hier ihren Lebensunterhalt. Aber um das Geld geht es nicht prim\u00e4r, denn reich werden die Betreiber des Bierkellers nicht, bei dem was sie tun. Die Hauptsache sei der gemeinsame Spa\u00df, den man hier erlebe. Und das Konzept der Selbstverwaltung funktioniert sehr gut, wie 30 Jahre Geschichte eindrucksvoll zeigen. \u201aVon Studenten f\u00fcr Studenten\u2018 ist die Maxime der Betreiber. \u201eDaf\u00fcr sind wir sehr professionell\u201c finden sie. Zurecht, denn die all abendlich gut gef\u00fcllten Tische im Bierkeller sprechen eine deutliche Sprache. Er ist eine soziale und kulturelle Institution f\u00fcr Studenten geworden. Wer die letzte echte Studentenkneipe in Campusn\u00e4he nur auf die alkoholischen Getr\u00e4nke oder ihre unterirdische Lage reduziert, tut ihr Unrecht. T\u00fcbingens Baub\u00fcrgermeister S\u00f6lke hatte den Bierkeller k\u00fcrzlich als \u201eLoch\u201c bezeichnet. Erwiesenerma\u00dfen haben hier mehrere Studierende ihren Lebenspartner gefunden \u2013 wie bei einer schnell ins Leben gerufenen Petition gegen die drohende Schlie\u00dfung ans Licht kam. Auch StuRa und FSVV haben dem Bierkeller derweil ihre Unterst\u00fctzung ausgesprochen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7845\" aria-describedby=\"caption-attachment-7845\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7845 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/IMG_7195x-1008x672.jpg\" alt=\"img_7195x\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-7845\" class=\"wp-caption-text\">Das Bier geht? Geht es nach den Studierenden, muss der Bierkeller bleiben.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also wohl eher Liebesnest als Loch. In jedem Fall ist der Bierkeller ein wichtiger sozialer Raum in der T\u00fcbinger Tallage. Und hier kommt das Studierendenwerk T\u00fcbingen-Hohenheim ins Spiel. Dem Landesstudentenwerkgesetz folgend ist es unter anderem seine Aufgabe, kulturelle und soziale Interessen zu f\u00f6rdern. Dieser kommt es ohne Frage nach. Dass der Bierkeller eine eigenst\u00e4ndige Einrichtung Studierender und nicht des StuWE ist, d\u00fcrfte den meisten auch klar sein. Und dort scheint auch das Hauptproblem zu liegen. W\u00e4hrend der Bierkeller nur P\u00e4chter beim StuWe ist, bekommt dieses die Mensa wiederum vom Land zur Verf\u00fcgung gestellt. \u201eDas Land wei\u00df vermutlich gar nichts vom Bierkeller\u201c glaubt Kai. Die soziale Bedeutung des Bierkellers ist unbestritten, aber liegt nicht direkt im Verantwortungsbereich der \u00f6ffentlichen Institutionen.<\/p>\n<h3>StuWe: Kein Interesse den Bierkeller zu schlie\u00dfen<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Simon Leimig, Pressesprecher des StuWe, kann auf Nachfrage f\u00fcr ein wenig Aufkl\u00e4rung sorgen. Das Studentenwerk selbst ist nicht Eigner der Mensa, sondern das Land Baden-W\u00fcrttemberg. \u201eWir haben unsere W\u00fcnsche ge\u00e4u\u00dfert, aber auf die Planung keinen Einfluss\u201c sagt er. Im Vordergrund steht f\u00fcr das StuWe dabei der optimale Betriebsablauf und ein zusammenh\u00e4ngendes Fl\u00e4chenkonzept um f\u00fcr zuk\u00fcnftige Studierendengenerationen ger\u00fcstet zu sein. Grund f\u00fcr die geplante Absenkung des Vorplatzes ist eine angestrebte Barrierefreiheit. Klarheit, wie sie sich alle Betroffenen eigentlich w\u00fcnschen, wird es aber wohl so schnell noch nicht geben. Das Baugesuch ist noch nicht eingereicht und die Bauerlaubnis somit ebenfalls nicht erteilt. Dem StuWe und Bierkeller bleibt solange wohl nur das gespannte Warten auf eine Entscheidung durch das Land \u00fcbrig \u2013 fraglich, ob es sich der Tragweite seiner Entscheidung bewusst ist. Vielleicht besteht aber auch noch ein wenig Hoffnung f\u00fcr die studentische Kneipenlegende: Denn zwischen den Betreibern des Bierkellers und dem Studierendenwerk scheint es zu stimmen. P\u00e4chter Kai Stuber lobt beispielsweise die guten Konditionen und die gute Zusammenarbeit \u2013 und der Pressesprecher des StuWe, Simon Leimig h\u00e4lt klar fest:<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eWir haben definitiv kein Interesse daran, den Bierkeller zu schlie\u00dfen.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><span style=\"text-decoration: underline;\">Fotos:<\/span> Marko Knab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie es mit dem Bierkeller weitergeht, ist nach wie vor unklar. R\u00fcckhalt bekommt er von FSVV, StuRa und durch eine Petition. 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