{"id":7945,"date":"2016-12-06T16:04:42","date_gmt":"2016-12-06T16:04:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=7945"},"modified":"2021-02-20T14:46:34","modified_gmt":"2021-02-20T14:46:34","slug":"knappe-kiste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2016\/12\/06\/knappe-kiste\/","title":{"rendered":"Knappe Kiste"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Das zweite Adventswochenende bescherte allen Basketballfans des L\u00e4ndles eine ganz besondere Freude: Derbytime! Anhand der Historie der letzten Partien nicht unbedingt ein Freudentag f\u00fcr alle T\u00fcbinger. Umso mehr allerdings f\u00fcr unsere Autorin Charlotte,\u00a0 die bekanntlich seit jeher den Ulmern die Daumen dr\u00fcckt. Ein T\u00fcbinger Heimspiel aus Sicht eines Ausw\u00e4rts-Fans.<\/em><\/strong><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Ulmer Fans sind fr\u00fch angereist und ihr Block ist schon eine Stunde vor Spielbeginn komplett gef\u00fcllt. Allgemein scheint es so, als w\u00e4ren sie lauter und motivierter als die T\u00fcbinger. Nur Ulmer Ges\u00e4nge sind wirklich zu h\u00f6ren, schon die ganze Zeit schallt es \u201eWir wollen den Derby Sieg\u201c und \u201eTiger in den Zoo\u201c durch die fragw\u00fcrdig pink gef\u00e4rbte Paul Horn Arena. Diesem Innenarchitekten sollte die Lizenz entzogen werden, genauso wie dem Hallen-DJ, der zwar die unrhythmischen Ges\u00e4nge der Ulmer \u00fcbert\u00f6nt, aber mit seinem Techno- Gedr\u00f6hne keinen Ticken besser ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es zieht, mir ist kalt und ich versuche mir warme Gedanken beim Anblick der sich aufw\u00e4rmenden Spieler zu machen. Wenigstens die scheinen Spa\u00df zu haben &#8211; da sieht man einen Jared Jordan einen kurzen Plausch mit Karsten Tadda halten und alle begr\u00fc\u00dfen Isaiah Philmore als w\u00e4re er nie weg gewesen. So langsam finden sich auch T\u00fcbinger Fans ein und das Maskottchen Walter. Der ist wohl das coolste Maskottchen der Liga, das muss man den T\u00fcbingern lassen. Den \u201eUlmer\u201c-Rufen dr\u00f6hnt nun inzwischen ein \u201eSchweine!\u201c entgegen, typische Derby-Stimmung, alles in bester Ordnung.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7947\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/7D2L0076-1008x672.jpg\" alt=\"7d2l0076\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein Start mit dem niemand gerechnet h\u00e4tte<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch diese Saison zieht David wieder gegen Goliath in den Krieg. W\u00e4hrend die Tigers sich einen im unteren Ende der Tabelle abstrampeln, k\u00f6nnen die Donaust\u00e4dter und Vizemeister bisher ausschlie\u00dflich Siege vorweisen. Beachtlich ist auch eine Art \u201eSpielertausch\u201c, der beiden Teams zugutekommt: Philmore, ein Ex-Ulmer, spielt seit dieser Saison in T\u00fcbingen, w\u00e4hrend Augustine Rubit inzwischen vom Rohdiamanten zum Brillanten-Spieler geschliffen wurde und seine zweite hervorragende Saison in Ulm bestreitet. Die Starting Five l\u00e4sst sich auf beiden Seiten gut sehen: Green, Washburn, Jordan, McGhee und Stewart m\u00f6chten sich gegen G\u00fcnther, Morgan, Butler, Babb und Braun beweisen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich lehne mich zur\u00fcck und erwarte einen angenehm deutlichen Sieg f\u00fcr die Ulmer. Die Distanz in der Tabelle st\u00fctzt meine Diagnose, doch die Wahrheit sieht g\u00e4nzlich anders aus. Barry Stewart er\u00f6ffnet das Spiel mit einem sauberen Dreier &#8211; wer h\u00e4tte gedacht, dass die T\u00fcbinger auch mal gleich zu Beginn treffen und das \u201eWarmwerfen\u201c auslassen. Es folgen vier atemberaubende Minuten. Ulm ohne Wurfgl\u00fcck, Stewart und Washburn legen jeweils noch einen Dreier nach und ich sitze auf meinem viel zu engen Presseplatz und denke mir nur WTF?!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die erste Auszeit auf Ulmer Seite musste kommen, ein Start von 11:3 f\u00fcr T\u00fcbingen kann so schlie\u00dflich nicht akzeptiert werden. Trotzdem bei\u00dfen die sonst defensiv recht zahmen K\u00e4tzchen weiter, was sie zwar kurz vor Ende des Viertels an die Teamfoul-Grenze, dennoch aber zum Sieg \u00fcber die ersten zehn Minuten bringt. Zur Pause steht es\u00a0 27:24 f\u00fcr T\u00fcbingen, ich muss meine pers\u00f6nliche Punktebilanz \u00fcberdenken und bin froh nicht darauf gewettet zu haben. Ansonsten l\u00e4sst das Pausenprogramm keinen Raum f\u00fcr Erholung vom Schock. Die Tanzgruppe \u201eSchleudergang\u201c verst\u00f6rt mich mit ihren Bewegungen zu Trommelrhythmen nur noch weiter. Zum Gl\u00fcck ist da ja noch Walterchen, immerhin kann der tanzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7948\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/7D2L0103-1008x672.jpg\" alt=\"7d2l0103\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>\u201eNur\u201c ein Ausgleich<br \/>\n<\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Viertel zwei startet krautig, aber mit weiterhin bissigen Tigern. Die Ulmer m\u00fcssen sich inzwischen ganz sch\u00f6n umschauen. Es scheint so, dass die fast punktgleichen Ex-Spieler der jeweiligen gegnerischen Mannschaft Philmore und Rubit durch sich \u00fcbertrumpfende Leistungen einen Kampf der Giganten liefern. Die kleinen Stars der beiden Teams, Jordan (1,85m) und G\u00fcnther (1,84m), bleiben hingegen punktetechnisch eher unauff\u00e4llig. S\u00fc\u00df, wie die beiden immer versuchen sich zu decken, Zwergenaufstand ist da garantiert.\u00a0 Beide Mannschaften schaffen es nicht, sich einen Vorteil zu erspielen und es geht mit 43:43 in die Halbzeitpause. W\u00e4hrend in Ulm jeder Spieler eingesetzt, geworfen und getroffen hat, sind Stewart mit zehn Punkten und Philmore mit neun auf der T\u00fcbinger Seite die Top Scorer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-7950\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/7D2L0190-1008x672.jpg\" alt=\"7d2l0190\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><\/p>\n<h4 style=\"text-align: justify;\"><strong>Spannender Kampf bis zum bitteren Ende <\/strong><\/h4>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Pause scheint beiden Teams gut getan zu haben, mit neuer Energie und einer gro\u00dfen Portion Wahnsinn betreten sie erneut das Parkett. Rubit ist absolut on fire, gr\u00e4bt sich wie ein Maulwurf durch die Spieler unterm Brett und versenkt auch noch den allerschwierigsten Wurf im Korb. T\u00fcbingen ist erstaunlich gut in ihrer Defensivarbeit, was zwar einiges an Fouls zur Folge hat, dem Team aber nicht zum Verh\u00e4ngnis wird. Auch die eingesammelten Freiw\u00fcrfe schaffen sie heute ausnahmsweise mal gut zu verwandeln (Trefferquote gesamt 17\/19; 89%), was zu einem zus\u00e4tzlichen Punkteaufschwung f\u00fchrt. Gerade als es so aussieht als w\u00fcrde man auch dieses Viertel mit einem Gleichstand beenden, dr\u00fcckt Hobbs mit dem L\u00e4uten der Uhr von weit hinter der Dreierlinie ab und versenkt den Ball zuverl\u00e4ssig. Das 63:66 zur Pause tut dem Ulmer Ego gut.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im letzten Viertel erk\u00e4mpfen sich die inzwischen zu Raubkatzen transformierten Tigers den 70:70 Ausgleich. Das ist unter anderem einem frechen Steal mit folgendem Monsterdunk von Washburn zu verdanken. Inzwischen sind auch wirklich alle Tiger-Fans aufgewacht und die Halle tobt. Niemand scheint den Sieg sicher in den H\u00e4nden zu halten. Dennoch l\u00e4sst die Konzentration beider Mannschaften nach, Coach McCoy entscheidet sich nach diversen Fehlp\u00e4ssen und fehlendem Wurfgl\u00fcck f\u00fcr ein Timeout. Dem Erfolg bringenden Dreier von Berry folgen zwei versenkte Dreier von Babb und einem weiteren von G\u00fcnther.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Knapp drei Minuten vor Spielende scheint sich ein Sieger abzubilden. Morgan muss wegen seinem f\u00fcnften Foul vom Platz, macht aber nichts, da er mit 20 Punkten Topscorer des Spiels ist. Eine Chance f\u00fcr die Tigers? Nein, denn der Ulmer Kader ist zu breit mit Spitzenspielern aufgestellt. Zudem darf man sich so viele Fehler und Airb\u00e4lle in der Crunchtime nicht erlauben, liebe Tigers. Ausgerechnet der nicht m\u00fcde werdende Augustine Rubit bricht den T\u00fcbingern am Ende das Genick und besiegelt das Spiel mit 79:89. Ein bitteres Ende wenn man bedenkt wie eng die Sache bis zur 35. Minute war, heute h\u00e4tten die Tigers es mehr als verdient gehabt sich den Derbysieg zu holen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Fotos: Christopher K\u00fcbler.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das zweite Adventswochenende bescherte allen Basketballfans des L\u00e4ndles eine ganz besondere Freude: Derbytime! 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