{"id":7969,"date":"2016-12-07T09:31:56","date_gmt":"2016-12-07T09:31:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=7969"},"modified":"2021-02-20T14:46:13","modified_gmt":"2021-02-20T14:46:13","slug":"wielandshoehe-3-2-1-meins","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2016\/12\/07\/wielandshoehe-3-2-1-meins\/","title":{"rendered":"Wielandsh\u00f6he &#8211; 3, 2, 1 meins?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Neues im Fall \u201eWielandsh\u00f6he\u201c. Das Haus steht jetzt f\u00fcr 2,8 Millionen Euro zum Verkauf. Deshalb lud gestern, am 6.12., die Initiative <a href=\"http:\/\/freelandshoehe.tumblr.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Freelandsh\u00f6he<\/a> zur Pressekonferenz ins Stadtteilcaf\u00e9 des 4-H\u00e4user-Projekts ein. Auch um zu kl\u00e4ren, wie man mit diesem Angebot jetzt umgeht.<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2,8 Millionen \u2013 das ist jetzt also der Preis, den die <a href=\"https:\/\/www.evdiak.de\/index.php\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Diakonieschwesternschaft Herrenberg-Korntal<\/a>, Eigent\u00fcmer der \u201eWielandsh\u00f6he\u201c, f\u00fcr das Haus verlangt. Diesen Festpreis offenbart das Expos\u00e9 des Immobilienb\u00fcros Engel&amp;V\u00f6lkers, das das Haus in der Stauffenbergstra\u00dfe 10 ab sofort in seinem Portfolio hat. Das ging nun doch ziemlich schnell und vor allem ohne Einbezug der verschiedenen Initiativen. Bis zur Ver\u00f6ffentlichung des Expos\u00e9s hatte es nach der Aufgabe der Besetzung keine Verhandlungen mehr zwischen Besitzern, Besetzern und interessierten Initiativen, wie beispielsweise der Initiative Kaleidoskop gegeben. Eigentlich hatte man vor vier Wochen das besetzte Haus gemeinsam mit dem Gedanken verlassen, erreicht zu haben, dass soziale Aspekte in die Verkaufs\u00fcberlegungen miteinbezogen w\u00fcrden.<\/p>\n<h3>Unklare Fakten<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben dieser, sowohl f\u00fcr die Gruppe der Besetzer, als auch f\u00fcr andere Beteiligte, \u00fcberraschenden Nachricht des Kaufpreises, erstaunte auch eine zweite Tatsache: Das Haus steht \u00fcberhaupt nicht unter Denkmalschutz. Damit kommen verschiedene Fragen auf. Zum Beispiel, warum man solange von diesem Fakt ausgegangen ist, der die Verhandlungen \u00fcber einen Verkauf folgenschwer mitbestimmte und weshalb die Stadtverwaltung ebenfalls keine Kenntniss \u00fcber diesen Umstand hatte. Au\u00dferdem hatte die Diakonieschwesternschaft den Denkmalschutz des Hauses lange als Argument vorgebracht, warum sie das Haus nicht mehr halten k\u00f6nnten. Dabei war der Denkmalschutz beim Umbau des Hauses zur Tagesklinik abgeschafft worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Entgegen vorheriger Zielsetzungen scheint also im Fall \u201eWielandsh\u00f6he\u201c immer noch wenig Transparenz zu herrschen. Das erschwert es den Initiativen, die sich f\u00fcr sozial vertr\u00e4glichen Wohnraum einsetzen, ihre Kaufabsichten zu verwirklichen. Zus\u00e4tzlich neben dem hohen Kaufpreis.<\/p>\n<h3>&#8230;3, 2, 1 meins?<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf R\u00fcckfrage stellte Heidrun Kopp, Oberin der Schwesternschaft, klar, dass man den Interessenten bis Ende Februar Zeit geben wolle, Konzepte zur Finanzierung und Nutzung auszuarbeiten. Zwischen denen wolle man dann entscheiden. Es wurde aber auch deutlich gemacht, dass man grunds\u00e4tzlich erst einmal jeder Kaufabsicht offen gegen\u00fcber stehe \u2013 also auch Privat- oder Einzelinvestoren. Der Kaufpreis von knapp drei Millionen Euro entspr\u00e4che dem Marktwert des Objekts. Das Ziel sei aber kein Bieterkrieg, weshalb man sich f\u00fcr einen Festpreis entschieden habe.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Verzicht auf freie Gebote und der Zeitraum bis Ende Februar sollen es erm\u00f6glichen, nicht schon im Vorhinein Interessenten auszuschlie\u00dfen. Inwiefern der hohe Kaufpreis diese Faktoren aber vielleicht gleich wieder aushebelt, bleibt abzuwarten.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\">Geschichte steht zum Verkauf<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass man keine Geschenke erwarten w\u00fcrde, machte Michael Wiedman von Kaleidoskop deutlich. Er erkl\u00e4rte aber auch:<\/p>\n<blockquote><p>\u201e2,8 Millionen, klingt viel, ist auch viel.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben aktuellen Fragen bez\u00fcglich des Verkaufs der \u201eWielandsh\u00f6he\u201c schaute man auch zur\u00fcck auf die Hausbesetzung und Holger Herzog verdeutlichte noch einmal die Motive, die die Besetzer zu ihrer umstrittenen Aktion bewegt hatten. Besonders das Erregen von Aufmerksamkeit f\u00fcr das Problem des Wohnraummangels bei gleichzeitigem Leerstand von \u00fcber 150 Immobilien, war den Besetzern wichtig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass es sich bei der Wielandsh\u00f6he um ein historisch bedeutsames Geb\u00e4ude handelt, dessen damaliger Besitzerwechsel doch mit einer gewissen Sorgfalt betrachtet werden sollte, stellte Simon Priesching, Mitglied des <a href=\"http:\/\/hausluginsland.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Vereins Alter T\u00fcbinger Luginsl\u00e4nder<\/a>, vor. Das Haus wechselte 1937 nicht ganz freiwillig und vor allem, wie man sp\u00e4ter feststellte, zu einem viel zu niedrigen Preis, den Eigent\u00fcmer. Daran \u00e4nderte auch die Nachzahlung der Diakonie an den Verein nichts. Was Simon Priesching in seinen Ausf\u00fchrungen auch deutlich machte, ist der historische Wert des Hauses, von dem er f\u00fcrchtet, dass dieser im Falle eines Investorenkaufs verloren geht.<\/p>\n<h3>Unbekannter neuer Nachbar<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie genau es beim Verkauf der \u201eWielandsh\u00f6he\u201c nun weitergeht, ist trotz aller Bem\u00fchungen doch noch nicht hundertprozentig sicher. Denn sowohl auf die von der Stadt angebotene Vermittlungsarbeit, als auch auf eine Zusicherung durch die Diakonie, sich auf eine soziale Nutzung durch den zuk\u00fcnftigen Besitzer festzulegen, wartet man bisher vergeblich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass die Diakonie eine Einladung zur abgehaltenen Pressekonferenz ablehnte, erleichtert die Verhandlungen \u00fcber die Zukunft der \u201eWielandsh\u00f6he\u201c nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Wenn ihr noch einmal wissen wollt, was es mit der Besetzung auf sich hatte, k\u00f6nnt ihr genaueres im <a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/2016\/10\/30\/haus-besetzt-und-aufmerksam-gemacht\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Artikel vom 30. Oktober <\/a>nachlesen.<\/em><\/p>\n<p><em>Foto: Felix M\u00fcller.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neues im Fall \u201eWielandsh\u00f6he\u201c. Das Haus steht jetzt f\u00fcr 2,8 Millionen Euro zum Verkauf. 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