{"id":8330,"date":"2017-01-25T16:56:20","date_gmt":"2017-01-25T16:56:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=8330"},"modified":"2021-02-20T14:30:28","modified_gmt":"2021-02-20T14:30:28","slug":"tuebinger-fuer-fluechtlinge-katerina","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2017\/01\/25\/tuebinger-fuer-fluechtlinge-katerina\/","title":{"rendered":"T\u00fcbinger f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge &#8211; Katerina"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Die Fl\u00fcchtlingskrise betrifft uns alle, auch wenn viele es vorziehen abzuwarten und auf Besserung hoffen. In T\u00fcbingen gehen aber einige Studierende mit gutem Beispiel voran, um den Menschen in Not zu helfen. Kupferblau hat sich mit vier von ihnen\u00a0zusammengesetzt\u00a0und \u00fcber ihre Erfahrungen gesprochen.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<ol>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/2017\/01\/25\/tuebinger-fuer-fluechtlinge-melis\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Melis B\u00fcy\u00fck<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/2017\/01\/25\/tuebinger-fuer-fluechtlinge-lara\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Lara Bernhard<\/a><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><strong>Katerina Peros<\/strong><\/li>\n<li style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/2017\/01\/25\/tuebinger-fuer-fluechtlinge-clara\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Clara B\u00f6ning<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Foto-Katerina-Peros.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8331\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Foto-Katerina-Peros-686x672.jpg\" alt=\"Katerina Peros\" width=\"686\" height=\"672\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Katerina Peros<\/b> studiert im vierten Mastersemester Friedensforschung und Internationale Politik in T\u00fcbingen. Sie ist in Deutschland geborene und aufgewachsene Halbgriechin, ihr Vater kommt aus Lesbos. Ihre Familie v\u00e4terlicherseits lebt in Griechenland, weshalb sie mindestens einmal im Jahr, meistens im Sommer, nach Lesbos fliegt. Im Sommer 2015 sind auf der Insel Lesbos t\u00e4glich etwa 7.000 Gefl\u00fcchtete angekommen.<\/p>\n<p><strong>Wie genau lief das ab, im Sommer 2015?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum einen habe ich versucht, gemeinsam mit anderen Freiwilligen ein ganz klein wenig die Not zu lindern. Wir haben zum Beispiel Wasser verteilt, weil die Menschen bei der Hitze kilometerweit laufen mussten, um sich in Mytilini, der Inselhauptstadt, zu registrieren. Wir haben versucht, bei der Orientierung zu helfen und Menschen in Krankenh\u00e4user und an \u00c4rztInnen vermittelt. Au\u00dferdem haben wir versucht, den Registrierungsprozess zu beobachten, damit es nicht zu mutwilligen Repressionen von Polizei oder FRONTEX kommen konnte \u2013 in dem Sommer waren die Nerven auf allen Seiten extrem angespannt. Au\u00dferdem war in der Zeit eine Bundestagsabgeordnete der Fraktion DIE LINKE im Bundestag auch auf der Insel und ich habe beispielsweise beim \u00dcbersetzen geholfen. Dar\u00fcber hinaus waren wir in den Fl\u00fcchtlingslagern und haben neben den politischen Gespr\u00e4chen auch hier versucht, die akute Not ein wenig zu lindern.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie kamst du dazu, dich dort zu engagieren?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Sommer 2015 auf Lesbos konnte man nicht einfach wegsehen! Die \u00fcberf\u00fcllten Boote sind im 30-Minuten-Takt bei Tageslicht angekommen; nicht wie die Jahre zuvor in der Nacht oder in der Morgend\u00e4mmerung im Geheimen. Auf jedem noch so kleinen Flecken Wiese mit Schatten standen \u00fcber die Insel verteilt Zelte und die gefl\u00fcchteten Menschen haben so gut es ging versucht, mit der Situation zurechtzukommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dar\u00fcber hinaus bin ich aber immer schon politisch aktiv gewesen und die Situation in Griechenland war ja nicht neu. Auch die Jahre zuvor gab es die Lager, in denen die Gefl\u00fcchteten interniert wurden, sowohl auf den Inseln, als auch auf dem Festland. Die Situation in den Lagern war immer schon menschenunw\u00fcrdig und es gilt, dagegen und gegen die ungerechte Verteilung der Menschen innerhalb der EU, sowie f\u00fcr legale Einreisewege zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich empfinde es als unsere gesellschaftliche und politische Verantwortung, auf Ver\u00e4nderung hinzuarbeiten. Denn nur, wenn wir die Ursachen, die dazu f\u00fchren, dass Menschen fliehen m\u00fcssen beseitigen, kann sich wirklich etwas \u00e4ndern!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Was war das eindr\u00fccklichste Erlebnis, das du dabei hattest?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich kann sehr schwierig ein einzelnes Erlebnis herauspicken. Oftmals hat mich die Solidarit\u00e4t der Menschen untereinander beeindruckt. Und die griechische \u00c4rztin in Kara Tepe, einem Fl\u00fcchtlingslager, die ihren Sommerurlaub darauf verwendet, die Menschen medizinisch zu versorgen. Und die griechischen AktivistInnen und die Inselbev\u00f6lkerung, die trotz der Entbehrungen, unter denen auch sie ganz massiv leiden, den Menschen geholfen haben. Auf der anderen Seite war und ist die EU-weite Ignoranz auf politischer Ebene im negativen Sinne beeindruckend, sowie auch die Arbeit einiger internationaler Nichtregierungsorganisationen, die anscheinend nur der PR wegen vor Ort sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>W\u00fcrdest du dir w\u00fcnschen, dass sich mehr Menschen \u00e4hnlich engagieren wie du?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Jeder muss selber entscheiden, wie sie oder er sich engagiert. Wichtig w\u00e4re mir, dass wir uns alle bewusst machen, in welch privilegierter Situation wir uns eigentlich befinden. Au\u00dferdem finde ich es zwar gut, wenn Menschen aus ganz Europa sich solidarisch zeigen und in Griechenland helfen, aber es ist doch wichtig, dies auf Augenh\u00f6he zu tun und nicht von au\u00dfen allen anderen erkl\u00e4ren zu wollen, wie es \u201erichtig\u201c funktioniert. Ich glaube, mehr Mitgef\u00fchl, Solidarit\u00e4t und Augenh\u00f6he, w\u00fcrde uns allen gut tun! Vor allem ist mir aber wichtig, dass wir uns bewusst machen, dass es zwar wichtig ist, einzelnen Menschen zu helfen, aber dass wir damit die Probleme nicht l\u00f6sen und das ist mein Hauptanliegen: Waffen d\u00fcrfen nicht exportiert werden, Kriege m\u00fcssten beendet werden, unfaire Handelsbeziehungen und Ausbeutungsverh\u00e4ltnisse m\u00fcssen abgeschafft werden. Daf\u00fcr m\u00fcssen wir uns einsetzen!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><span style=\"text-decoration: underline;\">Foto:<\/span> Katerina Peros auf einer Demo im letzten Jahr gegen die Asylrechtsversch\u00e4rfungen im Asylpaket II.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Fl\u00fcchtlingskrise betrifft uns alle, auch wenn viele es vorziehen abzuwarten und auf Besserung hoffen. In T\u00fcbingen gehen aber einige Studierende mit gutem Beispiel voran, &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":286,"featured_media":8324,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[49],"tags":[2708,2709,1748,172,94,1307,1309,2692,430,2693,1362,2710,2711,2712,2713,1573,18,19,21],"class_list":["post-8330","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unipolitik","tag-augenhoehe","tag-boote","tag-demonstration","tag-ehrenamt","tag-engagement","tag-eu","tag-fluechtlinge","tag-fluechtlingslager","tag-frieden","tag-griechenland","tag-hilfe","tag-ignoranz","tag-lesbos","tag-ngo","tag-privilieg","tag-solidaritaet","tag-studierende","tag-tubingen","tag-universitaet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8330","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/286"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8330"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8330\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23726,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8330\/revisions\/23726"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8330"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8330"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8330"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}