{"id":8414,"date":"2017-02-06T10:20:24","date_gmt":"2017-02-06T10:20:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=8414"},"modified":"2021-02-20T14:26:50","modified_gmt":"2021-02-20T14:26:50","slug":"wo-solls-hingehen-ehemalige-studenten-erzaehlen-von-ihrem-weg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2017\/02\/06\/wo-solls-hingehen-ehemalige-studenten-erzaehlen-von-ihrem-weg\/","title":{"rendered":"&quot;Wo soll\u00b4s hingehen?&quot; Ehemalige Studenten erz\u00e4hlen von ihrem Weg"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>\u201eViele Wege f\u00fchren nach Rom.\u201c &#8211; so sagt man und manchmal trifft genau das auch auf das Studieren zu. Nicht immer wei\u00df man von Anfang an, wo man hin will, und dann sind es die Umwege, Abk\u00fcrzungen oder Seitent\u00fcren, die zum Erfolg f\u00fchren. Philipp Weber ist heute erfolgreicher Kabarettist und erz\u00e4hlt, wie weniger das Studium selbst, als das Leben in einer Universit\u00e4tsstadt ihn zu seinem Beruf brachte.<\/strong><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><!--more--><\/p>\n<figure id=\"attachment_8433\" aria-describedby=\"caption-attachment-8433\" style=\"width: 784px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8433 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/philippweber_futter_02-784x672.jpg\" width=\"784\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-8433\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;FUTTER &#8211; streng verdaulich&#8220; Philipp Weber \u00fcber Labor, Gem\u00fcsegarten und was wir glauben zu essen.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Aktuell touren Sie mit ihrem Programm \u201eDURST &#8211; Warten auf Merlot\u201c durch Deutschland. Dabei geht es um Wasser in vielfacher Hinsicht &#8211; unter anderem auch um den enormen Verbrauch. Nach Ihrem Programm \u201eFUTTER &#8211; streng verdaulich\u201c widmen Sie sich jetzt also der fl\u00fcssigen Nahrungsaufnahme. Im Moment scheint sich ja irgendwie jeder mit seiner Ern\u00e4hrung auseinanderzusetzen&#8230;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, und ich denke, dass es wichtig ist, dass die Leute ein Zeichen setzen. Mit ihrem Kaufverhalten eine Art Protest oder Haltung ausdr\u00fccken, nur so kann sich etwas ver\u00e4ndern. Es geht mir in meinem Programm aber keinesfalls um eine Art Missionierung. Das ganze Thema Ern\u00e4hrung ist einfach etwas, das mich pers\u00f6nlich sehr besch\u00e4ftigt. In erster Linie bin ich aber K\u00fcnstler und ich m\u00f6chte, dass die Leute Spa\u00df haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ihre Programme scheinen sehr gut recherchiert und faktenbasiert. Wie genau gehen Sie bei Ihrer Recherche vor? Erst einmal googeln, wie man das heute ja h\u00e4ufig macht?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, auch. Ich gehe aber auch unheimlich gerne in Bibliotheken. Das Sch\u00f6ne ist jetzt, dass ich dann einfach nur das lesen kann, was mich interessiert. Das macht Spa\u00df. Ich bl\u00e4ttere zum Beispiel gerne im SPIEGEL. In gewisser Weise gehe ich schon wissenschaftlich vor. Das hei\u00dft, ich lese zun\u00e4chst einmal sehr viel und schaue, was ist der Kern eines Themas. Und dann \u00fcberlege ich mir, wie kann ich das in Humor verpacken. Meistens funktioniert es ganz gut, wenn man die Fakten anhand einer Figur erz\u00e4hlt. So l\u00e4sst sich die Ambivalenz, die jedes Thema hat, am besten transportieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Fakten und Aktualit\u00e4t spielen also eine wichtige Rolle bei der Recherche. Worauf achten Sie au\u00dferdem bei Ihrer Themenwahl?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf jeden Fall muss das Thema relevant sein. Relevanz ist mir sehr wichtig. Ich verstehe mich aber wie gesagt auch prim\u00e4r als K\u00fcnstler und Kunst muss sich zun\u00e4chst einmal nicht begr\u00fcnden. Aber es ist mir wichtig, dass Inhalt und Form zusammenpassen. Diese beiden Teile m\u00fcssen ausgewogen sein. Wenn das nicht der Fall ist, dann muss der Inhalt so genial sein oder die Form so grandios, dass sie \u00fcber den anderen Teil hinweg wirken.<\/p>\n<figure id=\"attachment_8432\" aria-describedby=\"caption-attachment-8432\" style=\"width: 504px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8432 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/philippweber_durst_02-504x672.jpg\" width=\"504\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-8432\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;DURST &#8211; Warten auf Merlot&#8220; vom Bionade-Hype bis zur Nespressokapsel.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sie sagen, dass Sie sich vor allem als K\u00fcnstler verstehen, haben aber in T\u00fcbingen Biologie und Chemie studiert. Jetzt spielen Sie schon mehr als zehn Jahre hauptberuflich vor Publikum. Labor und B\u00fchne \u2013 das liegt ja eigentlich nicht so nah beieinander&#8230;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das stimmt. Angefangen hat das hier in T\u00fcbingen. Damals ging das mit den Poetry Slams los. Ich war dann selber als Zuschauer da und fand das cool und bin dann selbst irgendwann dazu gekommen, auf der B\u00fchne zu stehen. Ich habe ja auch zuerst unter anderem mal Germanistik studiert. Musste dann aber ziemlich schnell feststellen, dass das geschriebene Wort nicht meine St\u00e4rke ist. Im gesprochenen Wort habe ich mich aber immer sicher gef\u00fchlt. Und dann bin ich zu Biologie und Chemie auf Lehramt gewechselt, was mir auch gut gefallen hat und mir vor allem auch recht leicht fiel. Und ich habe dann aber auch relativ schnell gemerkt, dass ich mich auf der B\u00fchne wohlf\u00fchle und war dann beim zweiten Poetry Slam in T\u00fcbingen dabei. Und so bin ich dann dabei geblieben.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch wollte auch beim Brechtbau-Theater mitmachen, aber die wollten so einen wie mich vom Berg nicht.\u201c<\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erst als ich dann schon relativ bekannt war und auch meine eigenen St\u00fccke produziert hatte, da h\u00e4tte ich dann vorbeikommen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ihr beruflicher Werdegang h\u00e4ngt also weniger mit dem Studium zusammen, als mit den M\u00f6glichkeiten, die eine Universit\u00e4tsstadt wie T\u00fcbingen sie bietet?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, ich verdanke T\u00fcbingen da wirklich viel. Hier hatte ich die Chance, mich auszuprobieren. In einer gro\u00dfen Stadt wie Berlin oder Hamburg h\u00e4tte ich mich wahrscheinlich nicht getraut \u2013 da sind einfach unheimlich viele und auch professionelle K\u00fcnstler. Das wirkt schon einsch\u00fcchternd.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Verbindet Sie denn neben dem Studium und Ihren ersten Auftritten heute noch etwas mit T\u00fcbingen oder sind es doch eher die Erinnerungen an die Studienzeit?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beides. Ich lebe ja immer noch zumindest einen Teil der Zeit hier in T\u00fcbingen. Ich habe hier viele Freunde, viele noch aus meiner Studienzeit. Ich bin ja schon vor langer Zeit hierhergezogen und T\u00fcbingen ist irgendwie mein Nest. Aber nat\u00fcrlich begegnet man in gewisser Weise auch immer wieder seiner Studienzeit. Wenn ich zum Beispiel einen bekannten Lokalpolitiker sehe, dann ist es schon witzig. Immerhin haben wir damals zusammen die Nacht zum Tag gemacht und haben beim Clubhausfest M\u00e4dels angebaggert. Das ist schon komisch und ich muss sagen, dass er erfolgreicher Politik macht, als er M\u00e4dels angemacht hat.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><span style=\"color: #000000;\">Philipp Weber wurde am 22. Juli 1974 in Miltenberg geboren. Nach seinem Abitur und dem Zivildienst begann er 1996 in T\u00fcbingen zu studieren. Nachdem er sich in den F\u00e4chern Germanistik, Psychologie, Geschichte und Medizin versucht hatte, begann er 1998 schlie\u00dflich Biologie und Chemie zu studieren. Diese F\u00e4cher schloss er dann 2003 mit dem ersten Staatsexamen ab. Bereits w\u00e4hrend seines Studiums begann die B\u00fchnenkarriere des heutigen Kabarettisten. Er nahm an Poetry Slams teil und deb\u00fctierte schon 1999 mit seinem ersten eigenen Programm \u201eDas H\u00f6lderlin-Syndrom\u201c im Brechtbau-Theater. 2004 entschloss er sich dazu, hauptberuflich als Kabarettist auf der B\u00fchne zu stehen. Aktuell tourt er mit seinem Programm \u201eDURST \u2013 Warten auf Merlot\u201c durch Deutschland. Weitere Informationen zu Philipp Weber, Tourtermine und Informationen zu den Programmen findet man unter: <span style=\"color: #008000;\"><a style=\"color: #008000;\" href=\"http:\/\/www.weberphilipp.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.weberphilipp.de\/<\/a><\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><span style=\"text-decoration: underline;\">Titelbild:\u00a0<\/span>Vivian Jochens.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><span style=\"text-decoration: underline;\">Fotos:<\/span> weberphilipp.de<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eViele Wege f\u00fchren nach Rom.\u201c &#8211; so sagt man und manchmal trifft genau das auch auf das Studieren zu. Nicht immer wei\u00df man von Anfang &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":295,"featured_media":8415,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[534,62,922,316],"tags":[2732,422,205,2733,11,12,2734,13,174,2224,2735,2736,1955,2737,135,1745,2738,19,2739,605,145,2740,2741,2742,2079,2743,2650,1336],"class_list":["post-8414","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-alltagswelten","category-kultur","category-student-lifestyle","category-studentenleben","tag-beruf","tag-buehne","tag-essen","tag-faecherwechsel","tag-featured","tag-freizeit","tag-futter","tag-hobby","tag-interview","tag-kabarett","tag-kabarettist","tag-karriere","tag-komik","tag-philipp-weber","tag-studium","tag-tiere","tag-trinken","tag-tubingen","tag-umweg","tag-umwelt","tag-uni","tag-unistadt","tag-verbraucher","tag-was-dann","tag-wasser","tag-weg","tag-witz","tag-zukunft"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8414","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/295"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8414"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8414\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23719,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8414\/revisions\/23719"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8414"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8414"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8414"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}