{"id":8490,"date":"2017-02-13T11:12:15","date_gmt":"2017-02-13T11:12:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=8490"},"modified":"2021-02-20T14:26:34","modified_gmt":"2021-02-20T14:26:34","slug":"wo-solls-hingehen-ehemalige-studenten-erzaehlen-von-ihrem-weg-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2017\/02\/13\/wo-solls-hingehen-ehemalige-studenten-erzaehlen-von-ihrem-weg-2\/","title":{"rendered":"&quot;Wo soll&#039;s hingehen?&quot; Ehemalige Studenten erz\u00e4hlen von ihrem Weg"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Das Studium als Passion \u2013 f\u00fcr einige ist es genau das, was sie zur Wahl Ihres Studienfachs treibt. Eine innere \u00dcberzeugung, der man folgen will. Matthias Baumann, heute Unfallchirurg, hat seine Berufung darin gefunden, Menschen in Not zu helfen.<\/strong><\/em><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sie laufen den Ironman-Triathlon auf Hawaii, besteigen die h\u00f6chsten Berge der Welt, setzen sich als humanit\u00e4rer Helfer ein und arbeiten als Unfallchirurg. Mit welcher Ihrer T\u00e4tigkeiten f\u00fchlen Sie sich am st\u00e4rksten verbunden?<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_8494\" aria-describedby=\"caption-attachment-8494\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8494 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Portrait-Matthias-Baumann-1-1008x672.jpg\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-8494\" class=\"wp-caption-text\">Matthias Baumann &#8211; als leidenschaftlicher Bergsteiger am Mount Everest.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich w\u00fcrde sagen, dass es zwei dieser Dinge sind, die besonders auf mich zutreffen und welche f\u00fcr mich gleichwertig sind. In erster Linie bin ich Sportler, mein Herz h\u00e4ngt am Sport. Das h\u00e4ngt auch damit zusammen, dass das mit dem Sport, sp\u00e4ter dem Leistungssport, schon in der Kindheit anfing, weswegen es f\u00fcr mich sehr emotional ist. Bei den Sportarten ist es dann das Bergsteigen, das mich besonders begeistert, weil es einfach unglaublich beeindruckend ist, auf diese hohen Berge zu klettern und die atemberaubende Natur zu betrachten. Aber auch die Chirurgie ist emotional, schlie\u00dflich geht es dabei um Menschen, um Menschenleben. Letztendlich sehe ich mich also schon als Sportler und Unfallchirurg.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2014 fanden Ihre beiden Passionen dann eine tragische Verbindung, als durch eine Lawine am Mount Everest sechzehn Sherpas get\u00f6tet wurden&#8230;<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_8500\" aria-describedby=\"caption-attachment-8500\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8500 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/MatthiasBaumann1-1008x672.jpg\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-8500\" class=\"wp-caption-text\">Die Passion zum Sport brachte ihn nach Nepal und die Berufung als Arzt, Menschen in Not zu helfen, lie\u00df ihn bleiben.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, das war, als ich 2014 als Expeditionsarzt am Mount Everest war. Da ging zweieinhalb Wochen nach meiner Ankunft eine Lawine runter, an einer Stelle, an der ich kurz zuvor noch selber gewesen war. Dabei sind dann sechzehn Sherpas erschlagen worden. Und da wollte ich dann helfen, wusste aber nicht genau wie und habe dann die Familie eines verungl\u00fcckten Sherpas besucht und denen etwas Geld gegeben. Sp\u00e4ter habe ich dann noch die anderen Familien besucht und dann die Idee gehabt, dass ich f\u00fcr die Schulbildung der Kinder in Nepal Spenden sammeln m\u00f6chte. Diese Spendenaktion hatte dann auch eine gro\u00dfartige Resonanz, wodurch es jetzt auch gelingt, gr\u00f6\u00dfere Projekte zu finanzieren. Die Verbindung zum Land kam also durch das Bergsteigen, dass ich dort durch Zufall mehrere Katastrophen miterlebt habe und dazu kam dann, dass ich gerne helfe \u2013 deshalb bin ich auch Arzt geworden.<\/p>\n\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sie sagen also, dass Sie aus innerer \u00dcberzeugung Arzt sind. War das auch schon Ihr Beweggrund, als Sie sich f\u00fcr das Medizinstudium entschieden haben?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Grund f\u00fcr mich, Medizin zu studieren, war auf jeden Fall die Empathie zum Menschen. Ich mag Menschen und ich helfe gerne. Der Hauptgrund war vor allem die Vision in einem Entwicklungsland zu helfen. Als Leistungssportler hatte ich schon fr\u00fch eine Beziehung zum Bewegungsapparat und als ich dann selbst wegen einer Sportverletzung im Krankenhaus war, kam dann die Idee, Arzt zu werden. Man entscheidet sich ja erst sp\u00e4ter im Studium in welche Fachrichtung man geht, aber es ist so, dass in den p\u00e4diatrischen F\u00e4chern, die Leute, die dort arbeiten, oftmals empathischer sind, als es in anderen F\u00e4chern der Fall ist. In der Kinderchirurgie ist die Empathie dann noch einmal h\u00f6her, weswegen ich dann Kinderchirurg werden wollte. Allerdings ist man dann sehr auf die Unikliniken angewiesen und da ich aber ja vor allem Arzt werden wollte, weil man in der ganzen Welt unterwegs sein und helfen kann, bin ich dann zur Unfallchirurgie. Ich bin also schlie\u00dflich da gelandet, wo ich schon immer hinwollte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Bei der Berufswahl hat also immer ein gewisses Fernweh mitgewirkt. Wie kommt es, dass Sie trotzdem in T\u00fcbingen geblieben sind und jetzt hier arbeiten?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, Fernweh hat schon eine Rolle gespielt. Woher das kommt, wei\u00df man ja nie so genau, aber schon als Kind habe ich vor dem Globus gesessen und geschaut, wo was liegt. Ich habe einfach gro\u00dfes Interesse an anderen Menschen und Kulturen. Deshalb habe ich auch die Chance genutzt, w\u00e4hrend meines Studiums ins Ausland zu gehen, \u00fcber den Tellerrand zu schauen. Ich habe auch einige Zeit ausgesetzt, um mit dem Rad die Welt zu bereisen. Das war unter anderem ja auch ein Grund f\u00fcr diesen Beruf. Ich wollte nicht an einen Ort gebunden sein. Aber ich genie\u00dfe es auch hier. T\u00fcbingen ist eine junge Stadt mit viel Energie. Au\u00dferdem ist die Klinik hier eine sehr gute und ich hatte durch mein Studium ja auch schon eine Verbindung zu dieser Klinik und dem Ort.<\/p>\n<blockquote><p>\u201e<span style=\"font-family: Calibri, sans-serif;\">T\u00fcbingen ist wie mein Basislager.\u201c<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sie w\u00fcrden T\u00fcbingen und die Universit\u00e4t also jederzeit weiterempfehlen?<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, ich denke, dass es in M\u00fcnchen oder einer \u00e4hnlich gro\u00dfen Stadt wahrscheinlich nicht so viel Spa\u00df macht, weil man die ganze Zeit nur durch die Gegend f\u00e4hrt. Dort ist man zu sehr verteilt. Ich selbst kam ja eigentlich nur durch Zufall nach T\u00fcbingen, weil ich durch die zentrale Verteilung der Studienpl\u00e4tze hier her geschickt wurde. Zun\u00e4chst war ich davon gar nicht so begeistert, weil ich eigentlich weiter weg wollte. Dann fand ich es aber echt toll, weil T\u00fcbingen eine richtige Studentenstadt ist. Im Sommer sa\u00dfen damals alle auf dem Holzmarkt, hatten ihre Getr\u00e4nke mitgebracht und einige spielten Gitarre. Ich bin nat\u00fcrlich auch mit der Fachschaft beim Stocherkahnrennen mitgefahren. Das hab&#8216; ich im Kopf und im Herzen gespeichert.<\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Matthias Baumann wurde am 7.Juli 1971 in Stuttgart geboren. Er studierte von 1992-2000 an der Eberhard-Karls Universit\u00e4t in T\u00fcbingen Humanmedizin. Zus\u00e4tzlich verbrachte er w\u00e4hrend seines Studiums ein Jahr in Montpellier, Frankreich. Heute arbeitet er als Unfallchirurg in der Berufsgenossenschaftliche Klinik T\u00fcbingen. Dar\u00fcber hinaus ist er als Expeditionsarzt und Sportmediziner t\u00e4tig. Neben dem Beruf engagiert sich Baumann als humanit\u00e4rer Helfer. Nachdem der passionierte Bergsteiger am Mount Everest in Nepal mehrere Katastrophen miterlebt hatte, gr\u00fcndete er 2014 die Stiftung \u201eSherpa Nepalhilfe\u201c. Informationen hierzu und Spendenm\u00f6glichkeiten findet man unter: <a href=\"http:\/\/www.faszination-everest.de\/sherpa-nepalhilfe\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.faszination-everest.de\/sherpa-nepalhilfe\/<\/a><\/em><\/p>\n<p><em><span style=\"text-decoration: underline;\">Titelbild:<\/span> Vivian Jochens.<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><span style=\"text-decoration: underline;\">Fotos:<\/span> Matthias Baumann.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Studium als Passion \u2013 f\u00fcr einige ist es genau das, was sie zur Wahl Ihres Studienfachs treibt. Eine innere \u00dcberzeugung, der man folgen will. &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":295,"featured_media":8415,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[534,315,316],"tags":[2765,121,1559,2766,11,2767,1362,2768,2769,2770,2771,2772,2773,804,2774,2775,2776,135,19,2777,145,21],"class_list":["post-8490","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-alltagswelten","category-unisport","category-studentenleben","tag-arzt","tag-ausland","tag-berg","tag-bergsport","tag-featured","tag-fernweh","tag-hilfe","tag-humanitaerer-helfer","tag-ironman","tag-klinik","tag-lawine","tag-leidenschaft","tag-matthias-baumann","tag-medizin","tag-mount-everest","tag-nepal","tag-passion","tag-studium","tag-tubingen","tag-unfallchirurg","tag-uni","tag-universitaet"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8490","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/295"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8490"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8490\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23718,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8490\/revisions\/23718"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8490"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8490"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8490"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}