{"id":863,"date":"2012-10-07T09:27:01","date_gmt":"2012-10-07T09:27:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=863"},"modified":"2021-02-21T13:45:43","modified_gmt":"2021-02-21T13:45:43","slug":"es-wird-kuschelig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2012\/10\/07\/es-wird-kuschelig\/","title":{"rendered":"Es wird kuschelig"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die meisten Vorbereitungen an der Uni T\u00fcbingen auf die Studierenden-Welle sind bereits abgeschlossen. Auch das Studentenwerk hat sich f\u00fcr den Ansturm gewappnet. Ob die Ma\u00dfnahmen aber ausreichen werden, scheint ungewiss.<\/strong><br \/>\n<span style=\"color: #004b88;\"><em>von Philipp Tharang<\/em><\/span><br \/>\n<!--more--><br \/>\nLatte Macchiato, Cappuccino, Espresso oder schwarz: Kaffee ist f\u00fcr viele Studierende ein \u00fcberlebenswichtiger Bestandteil im Studienalltag. Vielfach als letzte Rettung bewahrt der belebende Sud die ermatteten K\u00f6pfe des Auditoriums davor, im Mittags-tief auf die Tischplatten der Vorlesungss\u00e4le niederzusinken.<br \/>\nSeit dem letzten Sommer d\u00fcrfen sich die Studierenden \u00fcber eine neue Cafeteria im Eingangsbereich der UB freuen. Und auch auf der Morgenstelle wird an einer weiteren Kaffee-Schenke gewerkelt. Den Anlass f\u00fcr die beiden Umbauprojekte gab allerdings weniger ein pl\u00f6tzlich gestiegener Bedarf oder gar eine Erh\u00f6hung der Dosis; vielmehr sind beide Bauma\u00dfnahmen Teil der Vorbereitung auf den doppelten Abijahrgang, der im Wintersemester an die Uni dr\u00e4ngen wird.<br \/>\nDie Landesregierung im benachbarten Bayern f\u00fchrte bereits 2004 das achtj\u00e4hrige Gymnasium ein \u2013 mit entsprechenden Folgen f\u00fcr die Universit\u00e4ten. Der drastische Anstieg der Bewerber- und Studierendenzahlen an den Hochschulen wurde zus\u00e4tzlich durch die im Zuge der Bundeswehrreform beschlossene Aussetzung der Wehrpflicht befeuert. Ein Jahr sp\u00e4ter setzte auch Baden-W\u00fcrttemberg das G8-Abitur um. Was die Bayern schon hinter sich haben, steht somit nun der Uni T\u00fcbingen ins Haus.<\/p>\n<h4><strong><span style=\"color: #004b88;\">Bis zu 2250 zus\u00e4tzliche Studierende<\/span><\/strong><\/h4>\n<p>\u201eGenerell geht man bei der Zahl der Studienanf\u00e4nger von einem Plus von etwa 30 bis 50 Prozent aus\u201c, sagt Myriam H\u00f6nig, Leiterin der Hochschulkommunikation. Dies bedeutet, dass man seitens der Hochschule mit rund 6000 bis 6750 Erstsemestern rechnet. Bisher waren es rund 4500. Hinzu k\u00e4me voraussichtlich ein leichter Zuwachs an Quereinsteigern von anderen Universit\u00e4ten.<br \/>\nUm mit dem prognostizierten Ansturm fertig zu werden, wurde bereits einiges getan: Laut H\u00f6nig hat sich die Uni mit Hilfe des Aufbauprogramm 2012 \u201eintensiv auf die steigenden Studierendenzahlen vorbereitet\u201c. 1197 zus\u00e4tzliche Studienpl\u00e4tze habe man geschaffen, 40 neue Professorenstellen genehmigt und zahlreiche weitere Mitarbeiter eingestellt. Auch im Studentensekretariat geht man mit zwei weiteren Vollzeitkr\u00e4ften sowie drei neuen studentischen Hilfskr\u00e4ften auf Nummer sicher, um in der Bewerberflut nicht unterzugehen.<br \/>\nDie Studierendenwelle beschert nicht nur der Lehre neue Herausforderungen, sie stellt im Besonderen ein logistisches Problem f\u00fcr den Hochschulbetrieb dar. Dieser Umstand f\u00fchrt dazu, dass bestehende Ressourcen effektiver genutzt werden m\u00fcssen. Seit 2010 besch\u00e4ftigt sich deshalb die eingerichtete Arbeitsgruppe \u201eRaummanagement\u201c mit der Bestandsaufnahme bestehender Kapazit\u00e4ten.<br \/>\n\u00dcberpr\u00fcft wurde vor allem die Auslastungen von H\u00f6rs\u00e4len und Seminarr\u00e4umen mit dem Ziel einer effizienteren Nutzung. Kleinere Institute, die sich bisher den Luxus kaum genutzter R\u00e4umlichkeiten leisten konnten, werden sich k\u00fcnftig wom\u00f6glich damit abfinden m\u00fcssen, dass sie diese mit anderen Fachbereichen teilen m\u00fcssen. \u00dcberdies entstanden in der Universit\u00e4tsbibliothek und der Bereichsbibliothek auf der Morgenstelle rund 350 neue Lese- und Arbeitspl\u00e4tze. Ab dem Wintersemester soll es zudem f\u00fcr Studierende m\u00f6glich sein, mit neuen Scannern ihre B\u00fccher selbst zu verbuchen.<br \/>\nF\u00fcr die Umsetzung all dieser Ma\u00dfnahmen und zur Deckung der steigenden Kosten erh\u00e4lt die Universit\u00e4t T\u00fcbingen bis 2015 j\u00e4hrlich circa 10,5 Millionen Euro aus Landesmitteln. Hinzu kommen weitere 500 Millionen Euro f\u00fcr den Ausbau zus\u00e4tzlicher Bildungsangebote, wie die des Career-Service, des ZDV oder des Fachsprachenzentrums. Stefanie Gropper,<br \/>\nProrektorin f\u00fcr Studierende, ist sich aber bereits sicher, dass die Mittel \u201enicht ausreichen werden, um wirklich den gesamten Bedarf abzudecken\u201c. Vielmehr m\u00fcsse man versuchen, mit dem auszukommen, was man habe, und die Mittel so effizient wie m\u00f6glich einzusetzen.<strong><\/strong><\/p>\n<h4><strong><span style=\"color: #004b88;\">Neue Zugangsbeschr\u00e4nkungen, h\u00f6here Zugangsh\u00fcrden<\/span><\/strong><\/h4>\n<p>Eines wird sich mit der besseren finanziellen Ausstattung allerdings nicht verhindern lassen: Das Anwachsen der Bewerberzahlen wird zu neuen Zulassungsbeschr\u00e4nkungen und h\u00f6heren Zugangsh\u00fcrden f\u00fchren sowie zu einer steigenden Zahl abgelehnter Bewerbungen. Besonders in den klassischen ZVS-F\u00e4chern, die mittlerweile \u00fcber das Portal hochschulstart.de abgewickelt werden, gehe man von einem deutlichen Bewerberzuwachs aus, erkl\u00e4rt H\u00f6nig. \u201eEbenso rechnen wir mit h\u00f6heren Bewerberzahlen bei bereits stark nachgefragten F\u00e4chern, wie Psychologie, Politikwissenschaft, Sport, Erziehungswissenschaft, Biologie, Geographie und wirtschaftswissenschaftlichen Studienf\u00e4chern.\u201c Neue Zulassungsbeschr\u00e4nkungen wird es in den Studieng\u00e4ngen Geowissenschaft, Anglistik\/Amerikanistik und Nano-Science geben.<\/p>\n<h4><strong><span style=\"color: #004b88;\">Studentenwerk will neue Mensa Wilhelmstra\u00dfe<\/span><\/strong><\/h4>\n<p>F\u00fcr das Studentenwerk T\u00fcbingen-Hohenheim ist prim\u00e4r die Zahl der Zulassungen entscheidend f\u00fcr den sp\u00e4teren Mehraufwand: Umso mehr Studierende eine Bewilligung ihres Antrages erhalten, desto st\u00e4rker werden Mensen und Cafeterien frequentiert, Wohnheimpl\u00e4tze angefragt und BAf\u00f6G-Antr\u00e4ge gestellt.<br \/>\nWie viele zus\u00e4tzliche Studierende k\u00fcnftig in den Mensen verk\u00f6stigt werden m\u00fcssen, ist nur schwer abzusch\u00e4tzen. F\u00fcr Alexandra Vogel, Referentin f\u00fcr Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit beim Studentenwerk, steht vor dem Hintergrund einer wie auch immer gearteten Zunahme jedoch eines fest: \u201eDer Neubau oder die Sanierung der Mensa Wilhelmstra\u00dfe wird in den kommenden Jahren ein zentrales Thema sein.\u201c Man bevorzuge zwar einen Neubau, aber die Entscheidung dar\u00fcber liege beim Land Baden-W\u00fcrttemberg als Eigent\u00fcmer des Geb\u00e4udes. Man hoffe nur, dass in den entsprechenden Gremien m\u00f6glichst bald eine Entscheidung getroffen wird.<br \/>\nAuch die Lage auf dem Wohnungsmarkt wird sich weiter zuspitzen: 3670 Wohnheimpl\u00e4tze bietet das Studentenwerk derzeit an. Hinzu kommen rund 800 Wohnungen, die von anderen Tr\u00e4gern bereitgestellt werden. Damit erreiche man zwar die angestrebte Quote von Wohnheimpl\u00e4tzen pro Studierenden, sagt Vogel, aber \u201edie Lage auf dem Wohnungsmarkt wird angespannt sein\u201c. F\u00fcr alteingesessene Dauermieter bedeutet dies, dass Mietvertragsverl\u00e4ngerungen nur noch in H\u00e4rtef\u00e4llen genehmigt werden. <strong><\/strong><\/p>\n<h4><span style=\"color: #004b88;\"><strong>\u201eDie Lage auf dem Wohnungsmarkt wird angespannt sein.\u201c<\/strong><\/span><\/h4>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><span style=\"color: #004b88;\">&#8211; Alexandra Vogel, Referentin f\u00fcr Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit beim Studentenwerk<\/span><\/em><\/p>\n<p>Einer gro\u00dfen Zahl an Nachfragern wird man keinen Wohnplatz anbieten k\u00f6nnen. Viele Studienanf\u00e4nger werden sich auf dem leergefegten privaten Wohnungsmarkt umsehen m\u00fcssen. Private Anbieter sollen deshalb bereits im Vorfeld gezielt zur Schaffung weiterer Unterk\u00fcnfte animiert werden, sagt Vogel. Dass die Rechnung nicht aufgehen wird, dessen ist man sich aber seitens des Studentenwerks offensichtlich bereits bewusst. Denn auch in diesem Wintersemester sollen wieder Notunterk\u00fcnfte in Form von Bettenlagern \u201ein ausreichender Zahl\u201c zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<br \/>\nUm eine zeitnahe und angemessene Betreuung zu bieten, hat das Studentenwerk auch beim Personal aufgestockt: 100.000 bis 120.000 Euro an Mehrkosten, so rechnet Vogel vor, werden pro Jahr hinzukommen. Von diesem Geld werden zus\u00e4tzliche Hausmeister und Mitarbeiter im Infopoint sowie im Bereich BAf\u00f6G-Bearbeitung finanziert.<br \/>\nEs bleibt abzuwarten, wie sich der Ansturm an der Uni T\u00fcbingen auswirken wird. Ob es zu \u00fcberf\u00fcllten H\u00f6rs\u00e4len, langen Schlangen vor den Essensausgaben oder endlosen Wartezeiten in der UB kommt, wird sich zeigen. Aber immerhin ein Problem haben die Planer aus dem Weg ger\u00e4umt: Der Nachschub an Kaffee ist voraussichtlich auch in Zukunft gesichert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die meisten Vorbereitungen an der Uni T\u00fcbingen auf die Studierenden-Welle sind bereits abgeschlossen. Auch das Studentenwerk hat sich f\u00fcr den Ansturm gewappnet. Ob die Ma\u00dfnahmen &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":229,"featured_media":869,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[49],"tags":[],"class_list":["post-863","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-unipolitik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/863","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/229"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=863"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/863\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24308,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/863\/revisions\/24308"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=863"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=863"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=863"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}