{"id":886,"date":"2012-10-22T10:07:49","date_gmt":"2012-10-22T10:07:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=886"},"modified":"2021-02-21T13:41:13","modified_gmt":"2021-02-21T13:41:13","slug":"und-raus-bist-du","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2012\/10\/22\/und-raus-bist-du\/","title":{"rendered":"&#8230;Und raus bist du!"},"content":{"rendered":"<h3>Bei der Kinderbetreuung f\u00fcr studierende Eltern hat sich schon einiges getan, doch vieles steht noch aus<\/h3>\n<p><span style=\"color: #004b88;\"><strong>Ein Kind zu versorgen und gleichzeitig zu studieren ist mit erheblichem Mehraufwand verbunden. Ein genauerer Blick auf die Infrastruktur, welche studierenden Eltern in T\u00fcbingen zur Verf\u00fcgung steht, verdeutlicht Handlungsbedarf<\/strong>.<\/span><br \/>\n<em>von Laura Ettle<\/em><br \/>\n<!--more--><br \/>\nStudieren kostet Zeit. Ebenso Kindererziehung. Wenn die Eltern in die Uni m\u00fcssen, ist der Nachwuchs bei Fachleuten in Kindertagesst\u00e4tten gut aufgehoben. Doch f\u00fcr das Doktorandenpaar Marianne* und Adam* hat sich die Suche nach einem Kita-Platz als zu schwierig erwiesen: \u201eBei der Kita Wilhelmstra\u00dfe, in deren N\u00e4he wir wohnen, kamen 40 Bewerbungen auf einen freien Platz. Da sind wir lieber gleich zum Tageselternverein.\u201c<\/p>\n<h3><span style=\"color: #004b88;\">Dass Kinder von Studenten die freien Pl\u00e4tze erhalten, ist nicht sicher<\/span><\/h3>\n<p>Um solche Knappheiten zu bek\u00e4mpfen, hat sich 1991 eigentlich die Studentische Elterninitiative e.V. gegr\u00fcndet. Sie betreibt vier Kitas in T\u00fcbingen. Vorsitzende Katrin Jodeleit konstatiert: \u201eWas den Ausbau der Kitas anbelangt, ist T\u00fcbingen sehr fortschrittlich.\u201c Doch Caroline*, Erzieherin in einer von der Initiative getragenen Kita, berichtet von langen Wartelisten. In ihrer Einrichtung werden im Sommer drei Pl\u00e4tze frei, sodass wieder Antr\u00e4ge abgewiesen werden m\u00fcssen.<br \/>\nDass Kinder von Studenten die freien Pl\u00e4tze erhalten, ist zudem nicht sicher. Seit September 2011 werden auch Kinder von Nicht-Studenten aufgenommen. Vorher wurden die Kitas der Initiative vom Studentenwerk bezuschusst. Nun ist die Stadt eingesprungen: \u201eEs gibt ausk\u00f6mmliche Zuschussvertr\u00e4ge\u201c mit der Kommune, freut sich Jodeleit. Auflage von der Stadt war es aber, dass die Kitas der ehemals studentischen Initiative f\u00fcr alle T\u00fcbinger zug\u00e4nglich gemacht werden.<br \/>\nDaf\u00fcr werden die Erzieherinnen nun nach dem Tarifvertrag f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Dienst bezahlt. Vorher verdienten sie weniger.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #004b88;\"> Eigentlich \u201eimmer knapp besetzt\u201c<\/span><\/h3>\n<p style=\"text-align: right;\"><span style=\"color: #004b88;\">&#8211;<em>Erzieherin in einer Kita der Elterninitiative<\/em><\/span><\/p>\n<p>Auch der Personalschl\u00fcssel habe sich w\u00e4hrend der letzten Jahre positiv entwickelt. Eine Kleinkindgruppe besteht aus zehn Kindern. F\u00fcr sie verantwortlich ist ein Team von vier Leuten. Diese sehr kleinen Teams seien individuell gepr\u00e4gt und es finde eine \u201eintensive Kommunikation\u201c zwischen Erziehern und Eltern statt, so Jodeleit. T\u00fcbingen \u00fcberschreite den Mindestpersonalschl\u00fcssel, den die Kita-Verordnung des Kultusministeriums vorschreibt, sogar etwas.<br \/>\nAm Telefon ist Elisabeth*, Erzieherin in einer Kita der Elterninitiative, jedoch gestresst: Sie seien im Moment eher \u201eschlecht besetzt\u201c, weshalb sie schnell wieder auflegen m\u00fcsse. Eigentlich seien sie \u201eimmer knapp besetzt\u201c. Von den vier Verantwortlichen in den Kitas sind in der Regel zwei Vollzeit-Kr\u00e4fte und eine Erzieherin, die nur ein bis zwei Mal in der Woche kommt. Die vierte Stelle wird durch eine Person ausgef\u00fcllt, die ein \u201eFreiwilliges Soziales Jahr\u201c absolviert.<\/p>\n<h3><span style=\"color: #004b88;\">Alternative Tagesmutter<\/span><\/h3>\n<p>Diese k\u00f6nnen den Verwaltungsaufwand, den eine Kita mit sich bringt, nat\u00fcrlich nicht allein stemmen. \u201eDie Eltern \u00fcbernehmen einen Teil der p\u00e4dagogischen Arbeit, die Reinigung der R\u00e4ume, Organisation und Buchf\u00fchrung\u201c, hei\u00dft es auf der Homepage der Elterninitiative.<br \/>\nAuch wenn nach Jodeleit \u201eellenlange Wartelisten\u201c der Vergangenheit angeh\u00f6ren, bekommt trotzdem nicht jeder einen Kita-Platz. Dann bleibt die Alternative, sein Kind zu einer Tagesmutter zu bringen.<br \/>\n\u201eWenn es die nicht g\u00e4be, w\u00e4re es noch enger im U3-Bereich\u201c, also der Betreuung von Kleinkindern unter drei Jahren, sagt Erzieherin Caroline. Auch Frau Haselmeyer vom Jugendamt stimmt zu, dass viele Studenten die Dienste einer Tagesmutter in Anspruch nehmen. Adam und Marianne, die beiden Biologie-Doktoranden sind sehr zufrieden: \u201eDas mit der Tagesmutter funktioniert super.\u201c<\/p>\n<h3><span style=\"color: #004b88;\">Rechtsanspruch auf die Betreuung von Kindern ab einem Jahr setzt bald ein<\/span><\/h3>\n<p>Das Jugendamt \u00fcbernimmt die Kostenbeitr\u00e4ge ganz, weil sie als Studenten zu wenigverdienen. Die Tagesmutter wird ihre Situation wohl sehr gut nachvollziehen k\u00f6nnen. Erzieherin Caroline, die ihre eigene finanzielle Lage als gut einsch\u00e4tzt, tut es leid, dass die Tageseltern \u201eziemlich wenig\u201c verdienen. Herr Lump vom Jugendamt gibt aber zu bedenken, dass die Tageseltern nach neuen Verhandlungen nun 5,50 Euro die Stunde, anstatt wie fr\u00fcher 3,90 Euro bekommen. Trotzdem kein stolzer Lohn, vor allem wenn man bedenkt, dass das Jugendamt nur die H\u00e4lfte der Versicherungskosten der Tageseltern \u00fcbernimmt.<br \/>\nNach Haselmeyer soll es nun, da der Rechtsanspruch auf die Betreuung von Kindern ab einem Jahr bald einsetzt, tendenziell mehr Pl\u00e4tze bei Tageseltern geben. Jodeleit von der Elterninitiative betont: \u201eWir m\u00fcssen den Rechtsanspruch nicht erf\u00fcllen.\u201c Daf\u00fcr sei die Kommune zust\u00e4ndig.<\/p>\n<address>* Name von der Redaktion ge\u00e4ndert<\/address>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Kinderbetreuung f\u00fcr studierende Eltern hat sich schon einiges getan, doch vieles steht noch aus Ein Kind zu versorgen und gleichzeitig zu studieren ist &hellip; <\/p>\n","protected":false},"author":233,"featured_media":1071,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[476],"class_list":["post-886","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-studieren-mit-kind"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/886","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/233"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=886"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/886\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24299,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/886\/revisions\/24299"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=886"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=886"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=886"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}