{"id":8971,"date":"2017-04-27T09:28:37","date_gmt":"2017-04-27T09:28:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=8971"},"modified":"2021-02-20T14:11:33","modified_gmt":"2021-02-20T14:11:33","slug":"cineslam-bricht-rekord","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2017\/04\/27\/cineslam-bricht-rekord\/","title":{"rendered":"Restlos ausverkauft \u2013 CineSlam bricht Rekord!"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><b>Der zweite T\u00fcbinger CineSlam seit dem Revival im letzten Jahr war ein voller Erfolg. Im ausverkauften Kino Arsenal stellten junge Filmemacherinnen und Filmemacher insgesamt zehn Kurzfilme aller Genres und Macharten vor. Das Publikum stimmte ab, welcher Film den Sieg und 500 Euro Preisgeld mit nach Hause nehmen durfte.<\/b><\/span><\/em><\/span><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Da staunt sogar die Orga: Schon vier Stunden vor Veranstaltungsbeginn war der CineSlam im T\u00fcbinger Kino Arsenal restlos ausverkauft. Der Wettbewerb f\u00fcr Amateurfilme fand am Dienstag zum zweiten Mal in einem halben Jahr statt, nachdem er im letzten November nach zwei Jahren Pause wiederbelebt worden war. Den CineSlam gibt es inzwischen schon seit neun Jahren. Mit dem ersten Slam hatte das Arsenal damals sogar den ersten Wettbewerb dieser Art in Deutschland veranstaltet.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Dieses Jahr waren insgesamt 21 Filme eingereicht worden, von denen das Organisationsteam schlie\u00dflich neun zur Vorf\u00fchrung ausw\u00e4hlte &#8211; mit Platz f\u00fcr einen spontan eingereichten SLAM-Film. \u00dcber die Auswahl entscheide nicht nur die Qualit\u00e4t der Filme, sondern auch ein m\u00f6glichst breites Spektrum an Genres und Professionalit\u00e4t, so Gregor Schulte von der Orga. Mindestens ein Mitglied des Filmteams muss anwesend sein, um in die Auswahl zu kommen und lokale Produktionen werden bevorzugt. Der CineSlam wird vom FabLab T\u00fcbingen organisiert, das unter anderem auch das <\/span><\/span><span style=\"font-family: lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Generate!<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">-Festival in der Shedhalle veranstaltet.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Mitorganisator Timo Dufner erkl\u00e4rt das Ziel des Slams: \u201eWir wollen kleinen Projekten eine Plattform bieten, aber bei der Auswahl vielleicht einen anderen Blickwinkel anlegen als die Film- oder Medienwissenschaft.\u201c Die Entscheidung g\u00e4ben sie absichtlich an das Publikum ab, um m\u00f6glichst viele kleine Produktionen ins Kino zu holen. Und der Moderator der Veranstaltung, Justin Humm, erg\u00e4nzt: \u201eWir freuen uns \u00fcber jeden, der unser Team in Zukunft unterst\u00fctzen m\u00f6chte.\u201c Nach jedem Film hatte das Publikum f\u00fcnf Minuten Zeit, den anwesenden Filmemacherinnen und Filmemachern Fragen zu ihrem Film zu stellen &#8211; zur Vorf\u00fchrung im Kino gab es also gleich die M\u00f6glichkeit, auch Kritik einzuholen.<\/span><\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_8978\" aria-describedby=\"caption-attachment-8978\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8978 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_8976-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-8978\" class=\"wp-caption-text\">Den zweiten Platz belegte Julia Schmit mit einem Film \u00fcber die Macht der Worte.<\/figcaption><\/figure>\n<h3><strong>Technikexperimente und bedr\u00fcckende Kunstfilme<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Der erste Film, <\/span><\/span><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>In der Schwebe<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">, wurde von Sara Azarmi eingereicht, entstand im Rahmen eines Master-Projekts in Literaturwissenschaften und war der erste Versuch der Beteiligten im Filmbereich. Der bedr\u00fcckende Kurzfilm ist von Arthur Schnitzlers Novelle \u201eIch\u201c inspiriert und zeigt das Leben eines gestressten B\u00fcroangestellten bis zum Zusammenbruch. \u00c4hnlich deprimierend beginnt <\/span><\/span><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Alles auf Anfang \u2013 Die H\u00e4ngepartie <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">von Anton Ungefug: Ein stotternder Bibliothekar will sich im Abstellraum seiner B\u00fccherei erh\u00e4ngen, bevor ihn ein betrunkener Einbrecher rettet und mit ihm bei einem Flachmann voll Schnaps \u00fcber sein Leben und seine Probleme spricht. Der Regisseur hat fr\u00fcher selbst gestottert und lie\u00df den Hauptdarsteller das Stottern mit WhatsApp-Nachrichten \u00fcben.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In <\/span><\/span><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Escapism<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">, den Vera Paulmann einreichte, fantasiert sich ein Beamter in die Rolle des Freundes einer Traumfrau. Als er sie bis zum Fenster ihres Schlafzimmers verfolgt, wird er von ebendiesem Freund niedergeschlagen. <\/span><\/span><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Margeriten <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">von Christoph Schmitz ist ein Tanzfilm, der auf dem gleichnamigen Lied der DDR-Liedermacherin Bettina Wegner basiert. Schmitz experimentiert mit unscharfen, k\u00f6rnigen Bildern, langen Einstellungen und anamorphotischen Linsen, die das Bild stark in die Breite ziehen. Tobi Pfefferle schloss die erste H\u00e4lfte mit <\/span><\/span><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Die Kunst, ein Waffeleisen einzufetten <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">ab. Waffelnbacken wird zur fern\u00f6stlichen Kampfkunst erhoben und mit poetischen Weisheiten wie \u201eUngl\u00fcck entsteht durch unregelm\u00e4\u00dfiges Gie\u00dfen\u201c unterlegt. Mit der Cinemagraph-Technik l\u00e4sst Pfefferle die Gesichter und Umgebung einfrieren, nur einzelne Bewegungen die das Gie\u00dfen des Teigs werden als GIF-\u00e4hnliche Loops gezeigt.<\/span><\/span><\/p>\n<h3><strong>Von der zerbrechlichen Integration, der Macht der Worte und Stop Motion<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Nachdem zun\u00e4chst keine Kurzentschlossenen einen Film pitchen wollten, gab es mit <\/span><\/span><span style=\"font-family: lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Zerbrechlich <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">doch noch einen SLAM-Film. Die Schwarzwei\u00dfproduktion entstand einen Tag von dem CineSlam und f\u00fchrt von der korrekten Entsorgung des Altglases zum ebenso zerbrechlichen Thema der Integration. Das Team lie\u00df sich von dem Satz \u201eHier in Deutschland h\u00e4lt man sich an Regeln!\u201c, mit dem ein \u00e4lterer Mann sie am Feiertag vom Altglascontainer verscheucht hatte, zu dem Film inspirieren. Julia Schmit zeigt in <\/span><\/span><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>das wort<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">, angelehnt an das Gedicht \u201eUnaufhaltsam\u201c von Hilde Domin, zuerst diverse auf unterschiedlichste Arten geschriebene und gedruckte Texte, bevor sie Freunde nach ihrem Lieblingswort befragt. Unterlegt wird das ganze sp\u00e4ter von Domins Gedicht. <\/span><\/span><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Pendulum <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">von Elena Krause und Moritz Staudte entstand als Schulprojekt zum Thema Hilfsbereitschaft. Die Filmsequenzen werden durch Standbilder auf Fotos oder Handybildschirmen verbunden, die mit der Stop-Motion-Technik zur n\u00e4chsten Szene f\u00fchren und von einer Kettenreaktion der guten Taten erz\u00e4hlen.<\/span><\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_8979\" aria-describedby=\"caption-attachment-8979\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8979 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/Tobi-Pfefferle-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-8979\" class=\"wp-caption-text\">Tobi Pfefferle durfte sich f\u00fcr sein sehr tiefsinniges Waffeltutorial \u00fcber den dritten Platz freuen.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Mit Nicolas Sidiropulos stellte der Gewinner des letzten CineSlam sein neues Werk vor: <\/span><\/span><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Aus Liebe zum Geheimnis<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> ist die Umsetzung eines Poetry-Slam-Textes und erz\u00e4hlt von zwei M\u00e4nnern, die sich lieben. Einer von ihnen ist unsicher und romantisch, der andere ist abgebr\u00fcht und stellt seinen Partner als einen \u201ewarmen Bruder\u201c vor. Beide brauchen einander, aber das titelgebende Geheimnis bereitet ihnen Sorgen. Geht es ums Fremdgehen, um Zukunftspl\u00e4ne, HIV? Der Film l\u00e4sst dies offen und konzentriert sich auf die Frage, ob Geheimnisse\u2014und unangenehme Wahrheiten\u2014einer Beziehung gut tun. Rob Zywietz schloss den Abend mit <\/span><\/span><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Tunnelvision <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">ab. Ein verr\u00fcckter Wissenschaftler doktert im Gehirn einer Frau herum, die sich die Z\u00e4hne putzt. Der ganze Film musste f\u00fcr ein Seminar in sieben Stunden fertig produziert werden und bekommt durch die Produktion als Stop-Motion-Trickfilm seinen ganz eigenen Humor.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Auf Abstimmungsk\u00e4rtchen durfte das Publikum schlie\u00dflich \u00fcber den Gewinnerfilm entscheiden. Den dritten Platz belegte Tobias Pfefferles Waffeleisen-Film. Platz zwei ging an <\/span><\/span><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>das wort <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">von Julia Schmit. Den Sieg und 500 Euro Preisgeld konnten die Macher von <\/span><\/span><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Aus Liebe zum Geheimnis <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Lato, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">mit nach Hause nehmen. Regisseur Nicolas Sidiropulos war vor der Auff\u00fchrung sehr nerv\u00f6s: \u201eIch komme vom Theater und da kann ich auf der B\u00fchne noch etwas \u00e4ndern, wenn mir etwas einf\u00e4llt. Der Film ist aber schon fertig produziert\u2014wenn ich den einreiche, kann ich nichts mehr \u00e4ndern! Das Gef\u00fchl, keine Kontrolle zu haben, war sehr aufregend.\u201c Seinen Teil des Geldes will er in ein neues Projekt stecken, das sich auch schon in der Produktion befindet. Es soll ein ruhiger Film mit wenig Dialog werden, \u201eEs geht um einen Bus\u201c, meint er geheimnisvoll und grinst. Man darf gespannt sein, ob es zum Hattrick reicht.<\/span><\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Fotos:<\/span> Lukas Kammer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der zweite T\u00fcbinger CineSlam seit dem Revival im letzten Jahr war ein voller Erfolg. 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