{"id":9460,"date":"2017-05-31T20:13:31","date_gmt":"2017-05-31T18:13:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=9460"},"modified":"2017-05-31T20:13:31","modified_gmt":"2017-05-31T18:13:31","slug":"ich-hab-doch-nichts-zu-verbergen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2017\/05\/31\/ich-hab-doch-nichts-zu-verbergen\/","title":{"rendered":"\u201eIch hab&#039; doch nichts zu verbergen&#8230;&quot;"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><b>Am Montagabend drehte sich im Kino Arsenal alles um ein Thema, das v\u00f6llig abstrakt ist, uns aber alle betrifft: Daten. Ausgerichtet wurde der Film- und Diskussionsabend vom <\/b><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/weltethosinstitut\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><b>Weltethos-Institut<\/b><\/a><b>, gemeinsam mit der\u00a0<\/b><a href=\"https:\/\/www.freiheit.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><b>Friedrich-Naumann-Stiftung f\u00fcr die Freiheit<\/b><\/a><b>\u00a0und der <\/b><a href=\"http:\/\/reinhold-maier-stiftung.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><b>Reinhold-Maier-Stiftung<\/b><\/a><b>.<\/b><br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eIch hab\u2019 doch nichts zu verbergen&#8230;&#8220; Ein Satz, den in digitalisierten Zeiten wie heute sicherlich jeder schon einmal gesagt oder zumindest geh\u00f6rt hat. Jeder von uns versendet permanent Daten und es ist beinahe unm\u00f6glich, sich dem zu entziehen. Das WG-Casting wird \u00fcber E-Mail organisiert. Familienmitglieder ruft man nicht an, sondern man textet \u201aeben mal kurz\u2019 \u00fcber WhatsApp oder andere Dienste. Lust auf Shopping, aber keine Lust auf Menschen? Einfach kurz auf Amazon geklickt. Keine Lust auf Feiern? Ganz einfach, Filme- oder Serienabend mit Netflix. Gerade mal keiner da zum kuscheln? Kein Problem, es gibt genug einschl\u00e4gige Seiten im Internet.<\/p>\n<blockquote><p><b>&#8222;Ein Kind von heute (\u2026) wird nicht mehr wissen, was ein Moment Privatsph\u00e4re bedeutet, einen Gedanken zu haben, der weder aufgenommen wurde, noch analysiert.\u201c (Edward Snowden, 2013)<\/b><\/p><\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"font-weight: 400;\">Und das ist v\u00f6llig normal und eben genau das: einfach. <a href=\"http:\/\/www.ard-zdf-onlinestudie.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">84 Prozent der Deutschen nutzen das Internet<\/a>, auch in der Uni kommt man quasi nicht darum herum<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">. Was aber passiert, wenn unser vollst\u00e4ndiger Datenverkehr auf einmal transparent gemacht wird? Genau darum dreht sich der an diesem Abend gezeigte Film \u201eInvention of Trust\u201c von Jung-Regisseur Alex Schaad, der daf\u00fcr 2016 nicht umsonst den Academy Award f\u00fcr Studierende erhalten hat.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_9463\" aria-describedby=\"caption-attachment-9463\" style=\"width: 1010px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Bild-1-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9463 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Bild-1-3-1010x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1010\" height=\"672\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-9463\" class=\"wp-caption-text\">Die Diskussion zwischen Alex Schaad (2.v.L.) und Christopher Gohl (2.v.R.) wird moderiert von den Weltethos-Institutsmitarbeitern Claire-Marie Vagedes (links) und Christoph Giesa (rechts).<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">In dieser Dystopie werden alle Daten des Protagonisten, dem Lehrer Michael Gewa, von einer Firma abgefangen. Er wird damit erpresst und alles wird vollst\u00e4ndig ver\u00f6ffentlicht. Der Filmemacher zeichnet ein fatalistisches Bild einer Zukunft, die aber gleichzeitig im Bereich des M\u00f6glichen liegt. Sein Hauptziel: \u201eNicht nur auf die negativen Folgen, sondern vor allem auf den Paradigmenwechsel in der Gesellschaft aufmerksam machen.&#8220; Kaum ein User von heute sei sich seiner digitalen Datenspur bewusst \u2013 was m\u00fcsse also passieren, damit die Gesellschaft aufh\u00f6rt, wegzuschauen?<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>\u201eSind wir zu naiv, zu reich, zu egoistisch, zu satt geworden, um zu erkennen, dass Freiheit noch etwas bedeutet?\u201c <\/b><\/p>\n<\/blockquote>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach dem Film wird angeregt diskutiert, mit Regisseur Alex Schaad und Christopher Gohl. Letzterer ist Verwaltungsrat der Reinhold-Maier-Stiftung, FDP-Kandidat f\u00fcr die kommende Bundestagswahl und Mitarbeiter im T\u00fcbinger Weltethos-Institut. Die Debatte dreht sich um Monopolisten wie Google und Facebook. Und um die \u201edigitale Blase\u201c, in die man sich nur allzu leicht hineinman\u00f6vriert und die laut Alex Schaad beinahe wie ein \u201egro\u00dfer Nacktscanner\u201c wirkt, der s\u00e4mtliche Daten f\u00fcr diese Giganten transparent macht. Dagegen vorzugehen sei jedoch umso schwerer, da man gegen diese Firmen nicht so einfach Ma\u00dfnahmen ergreifen k\u00f6nne, wie auch einige der Zuschauer anmerken. Zudem profitiert fast jeder von diesen Diensten, meistens eher aus Bequemlichkeit als aus tats\u00e4chlichem Nutzen.<\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><b>Datenschutz versus \u201eSch\u00f6nwetter-Politik\u201c<\/b><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als m\u00f6glicher L\u00f6sungsansatz wird \u00fcber einen gr\u00f6\u00dferen Einsatz der Politik gesprochen, da laut Gohl der Rechtsstaat noch nicht in digitale Sph\u00e4ren \u00fcbersetzt sei und daf\u00fcr L\u00f6sungen von oben kommen m\u00fcssten. Andererseits seien Einzelpersonen umso mehr in der Verantwortung, sich zu informieren und \u201everantwortlich mit seiner Freiheit\u201c umzugehen. Wie genau diese Verantwortung aber aussieht, bleibt trotz kritischer Nachfragen der Moderatoren und aus dem Publikum eher offen, was jedoch auch der K\u00fcrze der Zeit geschuldet ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_9464\" aria-describedby=\"caption-attachment-9464\" style=\"width: 1010px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Bild-2-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9464 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/Bild-2-3-1010x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1010\" height=\"672\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-9464\" class=\"wp-caption-text\">Im Kino Arsenal sollen in einer zuk\u00fcnftigen Filmreihe noch mehr Filme von jungen Regisseuren gezeigt werden.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach beinahe eineinhalb Stunden kommt die Diskussion vorerst zum Ende. Doch wie sehr das Thema auch die beteiligten Zuschauer aufr\u00fchrt, ist noch bei den Diskussionen im Foyer zu h\u00f6ren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><span style=\"font-weight: 400;\">Wer sich den <a href=\"http:\/\/www.br.de\/mediathek\/video\/sendungen\/campus-cinema\/campus-cinema-alex-schaad-invention-of-trust-100.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Film &#8222;Invention of Trust&#8220; selbst anschauen<\/a> m\u00f6chte, kann ihn sich kostenfrei \u00fcber die Mediathek des Bayerischen Rundfunks ansehen.<\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Fotos:<\/span> Felix M\u00fcller<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Montagabend drehte sich im Kino Arsenal alles um ein Thema, das v\u00f6llig abstrakt ist, uns aber alle betrifft: Daten. 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