{"id":9473,"date":"2017-06-01T21:34:07","date_gmt":"2017-06-01T21:34:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=9473"},"modified":"2021-02-20T14:02:37","modified_gmt":"2021-02-20T14:02:37","slug":"zauberhafte-orte-gutleuthausbach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2017\/06\/01\/zauberhafte-orte-gutleuthausbach\/","title":{"rendered":"Zauberhafte Orte: Gutleuthausbach"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Neckar und Ammer sind jedem T\u00fcbinger ein Begriff. Den Gutleuthausbach kennen dagegen nur die Wenigsten. Dabei hat das kleine Gew\u00e4sser etwas ganz Besonderes zu bieten: einen Wasserfall.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn der Sommer in T\u00fcbingen Einzug h\u00e4lt, hat das Freibad Hochkonjunktur. Auf dem Neckar tummeln sich die Stocherk\u00e4hne und im Bota die flunkyballspielenden Studierenden. Mit der Ruhe ist es da nicht weit her. Die Sonne genie\u00dft man trotzdem. Wer sich jedoch nach etwas Abgeschiedenheit und Natur sehnt, der braucht daf\u00fcr nicht weit zu fahren. Zauberhafte Orte liegen in T\u00fcbingen oft direkt vor der Haust\u00fcr. Man muss sie nur entdecken.<\/p>\n<h3><strong>Ein St\u00fcck Natur mitten in T\u00fcbingen<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">So etwa den Gutleuthausbach \u2013 ein kleines Gew\u00e4sser, unweit der Waldh\u00e4user Ost. Der Bach entspringt nahe der Kreuzung des Berliner Rings am Kinderhaus Ahornweg und flie\u00dft von dort aus 250 Meter s\u00fcdw\u00e4rts durch die T\u00e4glesklinge. Das Tal ist aufgrund des gro\u00dfen Flie\u00dfgef\u00e4lles an etlichen Stellen von Abst\u00fcrzen und Auswaschungen an den Uferb\u00f6schungen gepr\u00e4gt. Auf H\u00f6he des Sandweges endet das Gew\u00e4sser oberirdisch in einem Hochwasserr\u00fcckhaltebecken. Danach l\u00e4uft es kanalisiert bis zur K\u00f6stlinstra\u00dfe hinunter, wo es nach 1,6 Kilometern Gesamtl\u00e4nge und 135 \u00fcberwundenen H\u00f6henmetern schlie\u00dflich in die Ammer m\u00fcndet. Seinen Namen bezieht der Bach \u00fcbrigens aus dem Mittelalter: Das Gutleuthaus war einst ein Siechen- und Armenspital vor den Toren der Stadt. Heutzutage befindet sich auf dem Gel\u00e4nde das Pauline-Krone-Heim.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-9477\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Wasserfall-01-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><\/p>\n<h3 style=\"text-align: justify;\"><strong>Ein abenteuerlicher Weg zum Wasserfall<\/strong><\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Gutleuthausbach ist unbekannt, aber nicht unscheinbar. Die oberirdische Strecke des Gew\u00e4ssers beeindruckt mit ihrer naturbelassenen Atmosph\u00e4re. Knochige Wurzeln ragen aus der abgebrochenen Uferkante heraus. Quer \u00fcber den Bach flechten sich herabgest\u00fcrzte B\u00e4ume zu einem abstrakten Kunstwerk zusammen, gleich so, als w\u00fcrde die Natur Mikado spielen. Man befindet sich zwar im T\u00fcbinger Stadtgebiet, dennoch ist es still. Man vernimmt keinen Autol\u00e4rm, sondern nur das Pl\u00e4tschern des Baches. Geht man diesem Pl\u00e4tschern nach, so f\u00fchrt der Weg \u00fcber Stock und Stein. Wanderpfade sucht man vergeblich. Das Abenteuer beginnt. Man balanciert m\u00fchelos \u00fcber Baumbr\u00fccken oder watet barfu\u00df durch den Bach. Ab und zu braucht es einen beherzten Sprung oder den geschickten Griff nach festem Wurzelwerk, um schwierigere Hindernisse zu \u00fcberwinden. Doch man kommt voran. Meter f\u00fcr Meter.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-9478\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/Wasserfall-02-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Indes wird das Pl\u00e4tschern immer lauter. Hinter jeder Ecke offenbart die Flora ein neues Bild. Der Bach gewinnt mehr und mehr an Wasser, bis man sich schlie\u00dflich vor einem nat\u00fcrlichen Tosbecken wiederfindet. Im Hintergrund ergie\u00dft sich ein Wasserfall \u00fcber eine massive Bruchkante. Der stete Tropfen frisst sich durch die Steine und formt sein Bett. Das Wasser ist klar und k\u00fchl. Es befindet sich keine Menschenseele in der N\u00e4he. Nun ist man angekommen &#8211; abgeschieden in der Natur und das mitten in T\u00fcbingen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\"><strong>Anfahrt und Ausr\u00fcstung:<\/strong><\/span> Vom Stadtzentrum aus f\u00e4hrt man am besten mit der Buslinie 2 in Richtung \u201eWaldh\u00e4user Ost\u201c und steigt an der Haltestelle \u201eSand Nordring\u201c aus. Danach durchquert man die Stra\u00dfenunterf\u00fchrung und biegt rechts ab zum Hochwasserr\u00fcckhaltebecken. Dort angekommen wendet man sich erneut nach rechts. Schon steht man vor einem Baumgeflecht, dass es zu \u00fcberwinden gilt. Hierf\u00fcr empfiehlt sich festes Schuhwerk, insbesondere wenn es regnet oder k\u00fcrzlich geregnet hat. Au\u00dferdem kann man Badekleidung mitnehmen. So l\u00e4sst sich auch das Tosbecken \u00fcberwinden, um dem Wasserfall noch n\u00e4her zu kommen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Fotos:<\/span> Paul Mehnert<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neckar und Ammer sind jedem T\u00fcbinger ein Begriff. Den Gutleuthausbach kennen dagegen nur die Wenigsten. 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