{"id":9661,"date":"2017-06-29T06:49:58","date_gmt":"2017-06-29T06:49:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=9661"},"modified":"2021-02-20T14:00:01","modified_gmt":"2021-02-20T14:00:01","slug":"der-dandy-man","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2017\/06\/29\/der-dandy-man\/","title":{"rendered":"Der Dandy-Man"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><em><strong>Carl Jakob Haupt &#8211; gestern Schweden, morgens Berlin, abends T\u00fcbingen. Der partyaffine Modeblogger hat im Rahmen von Querfeldein unsere super modische Studierendenmetropole besucht und einige interessante Geschichten ausgepackt.<\/strong><\/em><!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein dunkles Shirt in Kombination mit schwarzer Hose und ebenso schwarzen Schuhen. Durch einige Statement-Pieces ein glamourous Look: Coole Ringe, schicke Uhr, wei\u00dfe Socken, ein bisschen Nagellack. Das tr\u00e4gt der Mann von heute. Oder zumindest der Mann von gestern: Carl Jakob Haupt. Im Ribingur\u016bmu, besser bekannt als Wohnzimmer, erz\u00e4hlte der bekannte Modeblogger \u00fcber sein Elternhaus, seine Projekte und die damit verbundenen unz\u00e4hligen Anzeigen. Und das vor einem haupts\u00e4chlichen mit Frauen gef\u00fcllten vollen Haus.<\/p>\n<h3>Ein Modemuffel beim M\u00e4nnermodeblog<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dabei ist <a href=\"http:\/\/dandydiary.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Dandy Diary,<\/a> wie der Blog hei\u00dft, ein M\u00e4nnermodeblog. 2009 wurde er von Haupts bestem Freund aus Schulzeiten, \u201ePunker und Skater[\u2026], eine klassische College-Geschichte\u201c, David Kurt Karl Roth gegr\u00fcndet, ein Jahr sp\u00e4ter kam er dann dazu. Dabei hat der studierte Politikwissenschaftler weniger Interesse an der \u00c4sthetik von Mode als an \u00c4sthetik von Sprache. \u201eIch w\u00fcnschte mir manchmal, dass ich mir mehr Zeit nehmen w\u00fcrde zu schreiben, das ist eigentlich, warum ich mich drauf eingelassen habe, mitzumachen. Weil ich es sch\u00f6n finde Medien zu haben, wo ich ungefiltert meine Gedanken ausdr\u00fccken kann, schreiben kann, Ideen einer unbestimmten Leserschaft zu pr\u00e4sentieren[\u2026] und ich mags auch mit Sprache rumzuprobieren.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der smarte Blogger mag die Modebranche trotzdem: \u201eIch arbeite wahnsinnig gerne in der Branche, weil die Arbeit sehr leicht gemacht wird, die intellektuelle Tiefe der Branche ist nicht besonders.\u201c Es sind solche Spr\u00fcche, die Haupt authentisch und sympathisch machen. Deshalb kann man es ihm auch nicht so richtig \u00fcbel nehmen, wenn er einerseits H&amp;M f\u00fcr Kinderarbeit triezt, aber andererseits Marken bewirbt, bei denen die Transparenz, was das betrifft auch nicht gegeben ist. Darauf bei der Fragerunde aus dem Publikum angesprochen gibt er auch zu: \u201eEine klare Haltung hab ich nicht. Wobei ich jede klare Haltung immer problematisiere. Jede klare Haltung ist schei\u00dfe, weil man sollte alles hinterfragen. Nichts ist schlimmer als so &#8217;n verbohrter Typ, der immer wei\u00df, was richtig ist. Was die Idee hinter Dandy Diary ist, dass ich versuche kritisches Denken zu f\u00f6rdern, zu stimulieren. Den Leuten sozusagen aufzuzeigen, dass es m\u00f6glich ist &#8217;ne andere Sicht zu kriegen.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_9665\" aria-describedby=\"caption-attachment-9665\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9665 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_4549x-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-9665\" class=\"wp-caption-text\">Ein M\u00e4nnermodeblogger, dem an diesem Abend vor allem Frauen zuh\u00f6ren.<\/figcaption><\/figure>\n<h3>Entspannter Gast\u2026 9 von 10<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben diesen ernsteren Momenten, ist es ein witziger Abend im Wohnzimmer. Allein schon die Geschichten \u00fcber die verr\u00fcckten Aktionen bieten einigen Unterhaltungswert. Da wird dar\u00fcber geredet, wieso man einen Fashion Porno in einem versifften Pornokino zeigt oder wie auf der letzten Fashion Week-Preparty Schafsk\u00f6pfe von der Decke baumelten und die teuren Taschen der Berliner High Society mit Blut volltropften. Die Moderatorin stockt zwar zeitweise etwas, aber der Modeblogger gleicht das mit seiner entspannten und ehrlichen Art aus. Nur als er beim Querfeldein-Quartett, angelehnt an eine vergangene Aktion von Haupt, die Exfrau Bonnie Strange auf einer Skala von 1-10 bewerten soll, lehnt er \u201eaus juristischen Gr\u00fcnden\u201c lieber ab. Stattdessen bewertet er lieber sich selbst: \u201eStreet Credibility \u2013 Pfarrersohn &#8211; 2. Schei\u00dfe, super low, ich bin ein Pfarrerss\u00f6hnchen, will man nicht mit abh\u00e4ngen. Partyl\u00f6we hmm\u2026ey 9! Wirklich! Ohne schei\u00df.\u201c<\/p>\n<h3>Die Kunst des Machens<\/h3>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt doch diesen einen Typen in jedem Freundeskreis, der immer etwas neben der Spur ist: Zu jeder Verabredung zu sp\u00e4t, zu den Vorlesungen sowieso, aber bei jeder Party am Start. Der, den deine Mutter als \u201eschlechten Einfluss\u201c bezeichnet, weil er dich im Suff mit seinen eigentlich total bescheuerten Ideen ansteckt. So einer ist Haupt irgendwie. Dadurch, dass er diese Schnapsideen immer umsetzt, hat er Erfolg. Ob veganes Fast Food-Restaurant, Flitzer auf der Fashion Week, H&amp;M-Antiwerbefilm oder eben M\u00e4nner-Modeblog, nichts ist unm\u00f6glich. Als Haupt vorschl\u00e4gt, jeden der Montag deswegen von T\u00fcbingen nach Berlin f\u00e4hrt, auf die G\u00e4steliste seiner Fashion Week-Preparty zu schreiben, z\u00f6gert man deshalb, es abzuschlagen. Einfach mal machen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Fotos<\/span>: Marko Knab<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Carl Jakob Haupt &#8211; gestern Schweden, morgens Berlin, abends T\u00fcbingen. 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