{"id":98,"date":"2011-02-15T19:03:00","date_gmt":"2011-02-15T19:03:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=98"},"modified":"2021-02-21T14:04:47","modified_gmt":"2021-02-21T14:04:47","slug":"filme-in-3d-das-kino-der-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2011\/02\/15\/filme-in-3d-das-kino-der-zukunft\/","title":{"rendered":"Filme in 3D &#8211; Das Kino der Zukunft?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die anfangs noch bel\u00e4chelte 3D-Technik sorgt sp\u00e4testens seit dem Megaerfolg von Avatar weltweit f\u00fcr Furore. Kleinere Kinos k\u00f6nnten bei den gro\u00dfen Investitionen in die moderne Technik jedoch auf der Strecke bleiben. Der T\u00fcbinger Kinobetreiber Volker Lamm sprach mit uns \u00fcber Chancen der 3D-Filme und das Kino von Morgen.<\/strong><\/p>\n<p><em>Von Michael Hellstern<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Milla Jovovich rennt um die Ecke einer H\u00e4userwand. Hinter ihr schlagen Kugeln in die Wand ein, Gesteinssplitter l\u00f6sen sich und spritzen dem Zuschauer scheinbar in die Augen. In atemberaubender Zeitlupe dreht sich Milla und feuert aus zwei Maschinenpistolen auf ihre Gegner. Die dreidimensionalen Kugeln fliegen im Horror-Blockbuster \u201eResident Evil: Afterlife\u201c dem Kinozuschauer buchst\u00e4blich um die Ohren. Noch Anfang 2009 wurde die neue Technik mit viel Skepsis betrachtet. Erst der Erfolg von \u201eIce Age 3\u201c und des Blockbusters \u201eAvatar\u201c etablierte das neue Medium fest in den deutschen Kinos. Die Branche befindet sich im Wandel und mitten in einer technischen Revolution: Immer mehr Kinos\u00e4le r\u00fcsten auf digitale Projektion um. Die neuen Projektoren werden nicht mehr mit analogen Filmstreifen, sondern mit gewaltigen Datenmengen gef\u00fcttert. Gesch\u00e4digte und unscharfe Filmkopien geh\u00f6ren mit der Digitalisierung der Vergangenheit an. Allerdings sind die Investitionen in die neue Technik enorm, wie Volker Lamm, Kinobetreiber der T\u00fcbinger Kinos \u201eBlaue Br\u00fccke\u201c und \u201eMuseum\u201c berichtet: \u201eF\u00fcr den Projektor in einem Kinosaal mussten wir 80.000 \u20ac bezahlen, f\u00fcr die 3D-Technik dann nochmals 40.000 \u20ac.\u201c<\/p>\n<p>Angesichts der H\u00f6he dieser Ausgaben stellt sich die Frage, ob kleinere Kinos ohne 3D-Technik wirtschaftlich noch \u00fcberleben k\u00f6nnen. Stefan Paul, Betreiber der T\u00fcbinger Kinos \u201eArsenal\u201c und \u201eAtelier\u201c, sieht die 3D-Filme aber nicht als Konkurrenz f\u00fcr sein Kino: \u201eUnsere Zielgruppe ist eher ein \u00e4lteres Publikum, da wir Arthouse-Filme zeigen. Die 3D-Filme richten sich an ein junges Publikum, das nicht zu uns, sondern lieber in Filme mit mehr Action geht.\u201c T\u00fcbingen mit seinem studentischen Klientel d\u00fcrfte den Arthouse-Kinos auch in Zukunft noch gen\u00fcgend Zuschauer bescheren. Bundesweit sieht das jedoch vor allem in l\u00e4ndlichen Gegenden anders aus: 2009 schlossen 49 Kinos mit 76 Leinw\u00e4nden. In 25 Orten verschwand damit auch das letzte Kino.<\/p>\n<p>Aber auch Volker Lamm ist mit den Besucherzahlen in seinen 3D-Kinos noch nicht v\u00f6llig zufrieden: \u201eDas bisherige Problem ist die Filmauswahl. Es gibt viel zu viele Animationsfilme in 3D. Darunter sind Filme wie Toy Story 3, die in den USA gro\u00dfe Publikumsrenner sind, die aber in Deutschland nur wenige sehen wollen. Die verst\u00e4rkte Verfilmung der Realfilme f\u00e4ngt jetzt erst so richtig an.\u201c<\/p>\n<p>Die Frage bleibt, wie lange es dauert bis sich der \u201eNeuigkeitswert\u201c der 3D-Filme abschleifen wird. In Zeiten in denen mehr als sonst auf das Geld geschaut wird, macht sich der deutlich h\u00f6here Eintrittspreis auf jeden Fall bemerkbar. Hinzu kommt, dass sich dem Kino gro\u00dfe Konkurrenz entgegenstellt. Bereits im vergangenen Weihnachtsgesch\u00e4ft gab es 25 Kinofilme in 3D und Blu-ray- Scheiben im Handel, 150.000 3D-Fernseher wurden verkauft. Bisher kostete ein solcher Flachbildfernseher noch durchschnittlich 2000 Euro. Der Branchenverband Bitkom rechnet aber mit deutlich fallenden Preisen und bis 2015 mit acht Millionen verkauften 3D-Fernsehern in Deutschland. Volker Lamm blickt jedoch entspannt auf die Konkurrenzsituation: \u201eIch denke, dass es in absehbarer Zeit keine wirkliche Konkurrenz zum Kino geben wird. Die gr\u00f6\u00dfere Leinwand und die neuen sch\u00e4rferen Projektoren werden die Leute auch zuk\u00fcnftig ins Kino locken. Bei den privaten Fernsehsendern muss man immer noch viel Geld f\u00fcr Fernsehen in 3D und HD bezahlen.\u201c<\/p>\n<p>In diesem Jahr stehen dem 3D-Kino eine Menge neuer Blockbuster ins Haus. Steven Spielbergs Verfilmung von \u201eTim und Struppi\u201c, der neue Teil von \u201eFluch der Karibik\u201c und der abschlie\u00dfende Harry-Potter-Teil werden alle in 3D zu sehen sein und sicher f\u00fcr starken Umsatz sorgen. Nicht nur deshalb sieht Lamm optimistisch in die Zukunft des Kinos: \u201e Solange wir uns den technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen anpassen, werden Kinos immer \u00fcberleben k\u00f6nnen. Seit einiger Zeit haben wir auch verst\u00e4rkt \u00e4lteres Publikum in den Filmen, w\u00e4hrend sich J\u00fcngere viele Filme zuhause \u00fcber das Internet anschauen.\u201c Der demographische Wandel kommt dieser Entwicklung aber entgegen und scheint die T\u00fcbinger Kinos vor keine gro\u00dfen Schwierigkeiten zu stellen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die anfangs noch bel\u00e4chelte 3D-Technik sorgt sp\u00e4testens seit dem Megaerfolg von Avatar weltweit f\u00fcr Furore. 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