{"id":9816,"date":"2017-07-18T23:05:53","date_gmt":"2017-07-18T21:05:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.kupferblau.de\/?p=9816"},"modified":"2017-07-18T23:05:53","modified_gmt":"2017-07-18T21:05:53","slug":"der-mann-fuer-mittendrin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/archiv.kupferblau.de\/index.php\/2017\/07\/18\/der-mann-fuer-mittendrin\/","title":{"rendered":"Der Mann f\u00fcr Mittendrin"},"content":{"rendered":"<p class=\"Text\" style=\"text-align: justify;\"><strong><em>Der freie Journalist Sandro Mattioli ist ein Kind der T\u00fcbinger Rhetorik. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Machenschaften des organisierten Verbrechens durch seine publizistische Arbeit aufzudecken. Bei Querfeldein sprach er \u00fcber Probleme und Hoffnungen seiner T\u00e4tigkeit.<\/em><\/strong><!--more--><\/p>\n<p class=\"Text\" style=\"text-align: justify;\">Angst hat er nicht, sagt er. Aber Respekt. Locker sitzt Sandro Mattioni auf dem gr\u00fcnen Sofa des Ribingur\u016bmu. Warm ist es, nicht zuletzt deshalb f\u00fchlt es sich ein wenig nach Italien an, als er von seiner Arbeit erz\u00e4hlt. Er mahnt auch dazu, den wachsenden Einfluss der mafi\u00f6sen Strukturen in Deutschland einzud\u00e4mmen. Als Journalist wolle er nicht aus dem Elfenbeinturm arbeiten, so Mattioli. Viel lieber ist er mitten im Geschehen.<\/p>\n<h3 class=\"Text\">Der europaweite Sumpf<\/h3>\n<p class=\"Text\" style=\"text-align: justify;\">Als die Veranstaltung endet, f\u00fchlt es sich an, als ob man eine Art Sumpf verl\u00e4sst. Be\u00e4ngstigend sind manche Ausf\u00fchrungen Mattiolis. So wie die Verstrickung der HSH Nordbank in ein Geldw\u00e4schegesch\u00e4ft im S\u00fcden Italiens. Das deutsche Geldinstitut hatte nachweislich in einen Windpark investiert, der sowohl bestehende Auflagen verletzte, als auch der Geldw\u00e4sche diente. Die Anlage war zwischenzeitlich beschlagnahmt, dann wieder freigegeben und ist mittlerweile wieder gepf\u00e4ndet. Die Kreditgeber aus dem Norden Deutschlands haben sich damals h\u00f6chstpers\u00f6nlich vom in das Gesch\u00e4ft involvierten Familienclan \u00fcber das Gel\u00e4nde f\u00fchren lassen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_9819\" aria-describedby=\"caption-attachment-9819\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9819 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/12-1-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-9819\" class=\"wp-caption-text\">An diesem Abend gibt Mattioli Einblicke in die sonst verborgene Welt der Mafia.<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sp\u00e4testens hier wird auch klar, dass die T\u00e4tigkeiten der Mafia keineswegs mehr ein italienisches Problem sind. Vielmehr hat die organisierte Kriminalit\u00e4t auch in Deutschland Fu\u00df gefasst. Lasche Gesetze und der Fakt, dass die Mafia-Angeh\u00f6rigkeit nicht strafbar ist, sind nur zwei Gr\u00fcnde daf\u00fcr. Auch deshalb hat die \u2019Ndrangheta` sich Deutschland als einen ihrer zentralen Umschlagpl\u00e4tze f\u00fcr das aus illegalen Gesch\u00e4ften entsprungene Geld ausgesucht. Unauff\u00e4llig und am liebsten in Ruhe agieren die oft noch immer in Form von Clans gef\u00fchrten Netzwerke.<\/p>\n<blockquote>\n<p class=\"Text\">&#8222;Man muss den Anf\u00e4ngen wehren. Wobei die Anf\u00e4nge eigentlich schon vorbei sind.&#8220;<\/p>\n<\/blockquote>\n<p class=\"Text\" style=\"text-align: justify;\">Das mangelnde Bewusstsein in der deutschen \u00d6ffentlichkeit kommt ihnen dabei mehr als entgegen. Genau dagegen k\u00e4mpft Mattioli. Das Ziel des Vereins &#8222;Mafia? Nein danke!&#8220; ist die Sensibilisierung der \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr dieses heikle Thema. Mattioli ist Vorsitzender der kleinen Berliner Verbindung. Ein weiteres Problem sei auch, dass Namen, die an die organisierte Kriminalit\u00e4t angelehnt sind, eine positive Konnotierung genie\u00dfen. Das Restaurant &#8222;Don Corleone&#8220; ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Die Menschen m\u00fcssten sich gegen die Mafia wenden, das sei am kritischsten f\u00fcr sie.<\/p>\n<figure id=\"attachment_9820\" aria-describedby=\"caption-attachment-9820\" style=\"width: 1008px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-9820 size-medium\" src=\"http:\/\/www.kupferblau.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/14-1008x672.jpg\" alt=\"\" width=\"1008\" height=\"672\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-9820\" class=\"wp-caption-text\">Wie er es mag &#8211; Mattioli mitten im Geschehen.<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"Text\" style=\"text-align: justify;\">Es werden aber nicht nur die dunklen Seiten der deutsch-italienischen Beziehungen beleuchtet. Mattioli erz\u00e4hlt von seinem ersten Buch, einem Ratgeber f\u00fcr Touristen in Italien. Es entstand auf Initiative eines Verlags, lag ihm aber aufgrund seiner Wurzeln ebenfalls am Herzen. Sein zweites Buch, das sich wiederum mit der M\u00fcllmafia besch\u00e4ftigt, ging ebenfalls von einem Verlag aus. In den Recherchen mit seinem Kollegen Andrea Palladino ergaben sich brisante Verbindungen von Geheimdiensten mit der Mafia. Den Kampf gegen die Mafia k\u00f6nne man nicht im klassischen Sinne gewinnen, aber aufgeben komme f\u00fcr ihn nicht in Frage. Am Ende des Abends muss man sich gl\u00fccklich sch\u00e4tzen, dass sich jemand wie Mattioli mit diesen Themen besch\u00e4ftigt. Ebenso erfreulich ist es aber, dass er dabei auch so bodenst\u00e4ndig und realistisch geblieben ist.<\/p>\n<p class=\"Text\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"text-decoration: underline;\">Fotos:<\/span> Paul Mehnert<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der freie Journalist Sandro Mattioli ist ein Kind der T\u00fcbinger Rhetorik. 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