Erkältungswelle legt Tübingen lahm

Hochmut kommt vor dem Fall. Diese Erfahrung haben in den vergangenen Tagen auch viele Tübinger*innen machen müssen. Unangemessene Kleidung während der ersten sommerlichen Tage des Jahres führte in der Universitätsstadt sogar zu einer regelrechten Erkältungsepidemie. Die Stadt ist seitdem teilweise lahmgelegt.

Tübingen im Sommer: Zahlreiche Stocherkähne schippern gemütlich über den Neckar, während sich auf der Neckarmauer die Sonnenanbeter dicht an dicht drängen. Der Außenbereich des Neckarmüllers ist gut gefüllt. Ein paar hundert Meter weiter steigt im Bota ein Barbecue nach dem anderen. Kaffetrinkende Nerds tummeln sich vor der Universitätsbibliothek. Doch nicht in diesem Jahr. Der Grund: eine schlimme Erkältungswelle. Nach einem eher tristen und verregneten Mai freuten sich viele Tübinger*innen besonders, als es zu Beginn des Monats endlich deutlich wärmer wurde. Doch zu früh gefreut. Das sommerliche Hoch war nicht von langer Dauer. Bereits nach wenigen Tagen machte der kurze Anflug von Sommer erneut kühler Luft und Regen Platz.

Da fehlt doch was. Statt Sonne anbeten ist Betthüten angesagt.

Auf Sonne folgt Erkältung

Kein Wunder also, dass das Immunsystem da kurz vor dem Kollaps steht. Für viele Tübinger*innen endete der Sommertraum mit einer Sommergrippe. Die Ursache hierfür ist ebenso banal wie niederschlagend. Getreu dem Motto „Es gibt kein gutes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung“ zahlten viele Tübinger*innen bereits nach wenigen Tagen den Preis für ihren Fehlgriff in den Kleiderschrank. Für Hotpants, Flipflops und bauchfrei war es schlicht zu früh. Dr. Gernot Sund von der Uniklinik schlägt Alarm: „Wir haben es momentan mit einer wahren Erkältungsepidemie in Tübingen zu tun. In den vergangenen Tagen gab es mehrere tausend Krankmeldungen in der ganzen Stadt.“ Sund sieht darin sogar eine Gefahr für die Tübinger Infrastruktur.

Dieser Zug rollte mit einer Verspätung von stattlichen 35 Minuten in den Hauptbahnhof ein. Bricht das Verkehrsnetz zusammen?

Mit diesem Verdacht liegt der Mediziner leider nicht so falsch. Aufgrund der zahlreichen Erkrankungen kann eine funktionierende Zuganbindung an Tübingen momentan nicht gewährleistet werden. Viele Nahverkehrsverbindungen ab und nach Tübingen weisen beträchtliche Verspätungen auf. Einige Züge fallen sogar komplett aus. Auch der Tübinger Busverkehr ist betroffen. Auf der Linie 6 beispielsweise verkehren nur noch viel zu kurze Busse, die bereits nach wenigen Haltestellen proppevoll sind.

Die Uni macht blau

Die Universität reagierte schnell. Über die Pfingsttage blieb die Unibib geschlossen. Akuter Personalmangel drängt die Verwaltung weiterhin dazu, die Öffnungszeiten der kleineren Fachbibliotheken anzupassen. Sie haben ab sofort nur noch stundenweise geöffnet, an Wochenenden zum Teil gar nicht. Wenn überhaupt, sind in vielen Fachbibliotheken Ausleihen nur noch über das Wochenende möglich. Ein Ärgernis vor allem für Studierende, die von außerhalb kommen.

Ein ähnliches Bild bietet sich vor dem Brechtbau. Caféteria und Fachbib müssen geschlossen bleiben.

Auch die Dozierenden blieben von der Krankheitswelle nicht verschont. Nachdem sich knapp 70 Prozent der Belegschaft krank meldete, entschloss sich die Universitätsverwaltung dazu, sämtliche Lehrveranstaltungen für mindestens eine Woche auszusetzen. Ob sich auch die Klausurtermine um eine Woche nach hinten verschieben, bleibt abzuwarten.

Die Tübinger Post vermeldet ebenfalls ein Rekordhoch an Krankmeldungen. Vor allem im Bereich Waldhäuser Ost können derzeit viele Briefe nicht zugestellt werden. „Es gleicht einer Katastrophe, dass viele BAFöG-Bescheide und Bescheinigungen von Krankenkassen nicht rechtzeitig bei den Studierenden ankommen. Ein Umstand, den wir außerordentlich bedauern,“ so Adam Peters, Pressesprecher der Post in Tübingen.

Auch das noch: Zahlreiche Studenten warten vergeblich auf wichtige Briefe.

Hurra, die Schule brennt

Gerade jüngere Menschen sind für die um sich greifende Infektionswelle anfällig. Daher mussten viele Tübinger Schulen nicht nur den Lehrbetrieb vorläufig einstellen. Auch die bisher so gut besuchten Friday-for-Future Demos finden in Tübingen bis auf weiteres nicht mehr statt. Andere geben sich nicht so leicht geschlagen: Der schwer erkältete Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer möchte die Geschicke der Stadt zukünftig online leiten. Solange ihn seine Erkältung ans Bett fesselt, möchte er wenigstens über seinen Facebook-Account für die Tübinger*innen präsent bleiben.

Zum Schluss noch schlechte Neuigkeiten aus der Kupferblau-Redaktion: Die Epidemie machte auch vor den Autor*innen und Redakteur*innen des beliebten Campusmagazins nicht halt. Weniger Artikel und eine ausfallende Redaktionssitzung sind die Folge. Ab nächster Woche geht aber wieder alles seinen geregelten Gang. Versprochen. 😉


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Bilder: Blaue Ente

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2 Kommentare

  1. Die Idee die Erkältungswelle läge an falscher Kleidung und der Kälte ist schlichtweg Unsinn. Ohne Viren kein Infekt! Solche kleinen Ausbrüche können auch ohne Wetterphänomene und falsche Kleidung erklärt werden. Ist übrigens gerade die typische saisonale Zeit für die „Sommergrippe“ durch z.b. Adenoviren. Also weniger mutmaßen und den Mythos der „Erkältung“ schüren und mehr recherchieren. Ansonsten interessant, welche Auswirkungen so was hat

  2. Hallo Mark,
    danke für den Hinweis. Es handelt sich hierbei um einen satirischen Artikel. Die Inhalte sind daher absichtlich überspitzt dargestellt und müssen nicht der Wahrheit entsprechen.
    Die Kupferblau-Redaktion

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