„Hinter den sieben Bergen…“

Samstagabend, 23:00 Uhr, ein dröhnendes Geräusch legt sich über das Viertel. Trotz der späten Stunde sieht man überall erleuchtete Fenster. In der Mitte der Häuser liegt das Zentrum der Musik und der lauten Stimmen. Hier, im Herzen des Studentendorfes, befindet sich der allseits beliebte Kuckuck.
von Stephanie Rumesz

Diese Bar, mit Namen eines bekannten Vogels, ist unter den Bewohnern des Wohnheimes, sowie weit darüber hinaus, ein beliebter Treffpunkt zum Feiern. Cocktails trinken, tanzen und sich unterhalten, so sieht ein klassischer Samstagabend in der Wohnheimanlage Waldhäuser Ost aus.
Das Studentendorf, welches in den 1960er Jahren erbaut wurde, bietet allerdings nicht nur bei Nacht viele mögliche Aktivitäten. Sobald das Wochenende vorbei ist, gibt es in der oberen Etage des Kuckuck Angebote wie Fitness- und Ausdauertraining. Dort haben auch Bands die Möglichkeit zu proben.
Für alle Sportbegeisterten ist das Fitnessprogramm nicht alles. In fünfminütiger Entfernung befindet sich ein Hallenbad, welches bis in die späten Abendstunden zum Bahnenschwimmen einlädt. Wer sich aber lieber in die Natur begibt, wird nicht enttäuscht. Neben dem Studentendorf befinden sich ein Fußballplatz und ein Bauernhof mit angrenzender Ackerfläche und Wald. Hier lässt es sich gut Joggen oder Spazieren gehen und nicht selten begegnet einem das eine oder andere Pferd auf dem Weg. Wer sich gern gesund ernährt, kann  auf dem Rückweg noch frische Milch oder selbstgebackenes Brot mitnehmen.
Wer sich Sport lieber ansieht, kann im Dodo, im Haus Nummer 15, regelmäßig Fußballspiele ansehen. In diesem Raum mit Sofas und einer Leinwand werden jeden Sonntagabend aber auch Filme gezeigt. Um sich ausreichend mit Knabberreien und Getränken zu versorgen, findet man in ein paar Minuten Entfernung zwei Supermärkte sowie einen Frisör, eine Bank, eine Apotheke und einen Schreibwarenladen.
Das WHO besteht aus 31 einzelnen Häusern, unter ihnen drei Hochhäuser, und stellt 1750 Zimmer zur Verfügung. Dadurch ist es die größte Wohnheimanlage in Tübingen und das im höchstgelegenen Stadtteil. Die Zimmer sind nicht groß, aber gemütlich und sie könnten die eine oder andere Geschichte erzählen. Die Möbel aus einigen Zimmern stammen nämlich von den Olympischen Spielen von 1972 aus München. Nun erstrahlen die Zimmer und die orangefarbenen, kreisrunden Lampen in ganz neuem Licht. Nicht wenige Studenten bemerken beim Einzug: „Das Zimmer sieht ja so 70er-mäßig aus!“
Zwischen den Hochhäusern und zahlreichen Flachbauten lässt sich auch etwas Ungewöhnliches entdecken. Auf linker Seite, neben dem berühmten „Kuckuck“ und der Wohnheimverwaltung, die sich gleich dahinter befindet, sieht man eine Rutsche und einen Sandkasten. So kann es vorkommen, dass einem auf dem Weg zum Bus nicht nur ein Student mit Unitasche sondern auch ein Kind auf dem Fahrrad entgegenkommt. Im WHO ist eine Kindertagesstätte zu finden, in der die Kinder unterbracht sind, während ihre Eltern zur Uni gehen. Also kann man zwischen nächtlicher Musik, auch ab und an, ein Kind schreien oder lachen hören.
Das Studentendorf „Waldhäuser Ost“ ist eine bunte Mischung verschiedenster Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und egal, ob Waldspaziergang, Tanzen oder Filmabend, jeder kann sich aussuchen, wie er seine Zeit im WHO verbringt.
Wie man sich auch entscheidet, eines ist sicher, egal zu welcher Uhrzeit man aus dem Fenster sieht, man wird immer ein gegenüberliegendes finden, in dem noch Licht brennt.

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