URBANE LANDWIRTSCHAFT IN TÜBINGEN

Ökologischer Anbau von Gemüse: Die Studierendengruppe Klimafarming-Garten

Der Klimawandel und der eigene Beitrag, diesem entgegen zu wirken, sind Themen, die heutzutage allgegenwärtig sind. Die Studierendeninitiative Klimafarming-Garten hat dafür ihr eigenes Konzept: Seit Mai 2012 betreibt die Organisation nachhaltigen Anbau von Obst und Gemüse hinter dem Wilhelm-Schickard-Institut für Informatik auf dem Sand.
von Anna Oswald

Das Projekt Klimafarming-Garten ist von Sarah Daum ins Leben gerufen worden. Die Idee für einen Klimagarten ist der 27-jährigen Geoökolgiestudentin schon vor zwei Jahren gekommen: Sie vermisste einen Ort, an dem sich Studierende treffen können, um gemeinsam Gemüse anzubauen und mit Permakulturen zu experimentieren.
Unter permakulturellem Anbau versteht man ein Konzept, in dem die zusammenwirkenden Elemente so aufeinander abgestimmt werden, dass das System beständig funktioniert. Hierbei soll nachhaltig mit den vorhandenen Ressourcen umgegangen werden. Es gilt der Grundsatz, die Natur selbst arbeiten zu lassen. Dadurch muss allerdings vorausschauend geplant werden. Klimafarmer wollen Stoffkreisläufe schließen und CO2 langfristig im Boden halten.
Im vergangenen März gründeten Sarah und ein Kommilitone die Initiative. Gleichzeitig initiierten sie mit zwei weiteren Kommilitonen ein Biokohle-Forschungsprojekt am Geowissenschaftlichen Institut. Für dieses konnten sie die Unterstützung ihres Geomikrobiologie-Dozenten Professor Dr. Kappler gewinnen. Er vermittelte ein Grundstück über die Universität, auf dem die Projektteilnehmer über den Zusammenhang von Biomasse und Bodenqualität forschen konnten. Hier gab es auch noch genug Platz für den Klimagarten.
Dann musste alles schnell gehen: Ziel war es, noch im gleichen Frühling auszusäen, da sich das Projekt sonst um ein Jahr verzögert hätte. Die beiden fanden einige Freiwillige unter ihren Kommilitonen sowie einen Informatiker vor Ort, der das tägliche Gießen übernahm.

Jeder darf die Früchte seiner Arbeit mit nach Hause nehmen

 
Auf den gut 1800m² sind im Mai 2012 Beete angelegt und Gemüse ausgesät worden. Im Herbst konnte der erste Ertrag eingebracht werden: Kürbisse, Karotten, Zucchini, Salat und verschiedene Kräuter. Diese werden unter den Mitarbeitern aufgeteilt.
Da es sich bei der Fläche um einen ehemaligen Hubschrauberlandeplatz handelt, wird vieles in Hoch- und Hügelbeeten angebaut. Das sind vielschichtige Beete. In den unteren Schichten  befindet sich eine Art Kompost: Hier verrotten zum Beispiel Hölzer. Die Verrottungswärme führt dazu, dass sich die oben angebauten Pflanzen schneller entwickeln. Außerdem wird so verhindert, dass sie in den unterirdischen Schotter hineinwachsen.
Für die Zukunft sind ein Waldgarten, ein Teich, sowie eine Wasserlandschaft geplant. Außerdem sollen Weiterbildungsseminare für die Mitglieder stattfinden, zum Beispiel zum Thema Saatgut.
Sarahs Wunsch ist es, dass der Klimagarten familienfreundlicher wird. Er soll ein Erlebnisgarten sein, der Vorbild für urbane Landwirtschaft ist. Die Initiative zählt auch schon einige Nichtstudierende zu ihren Mitgliedern. Man trifft sich einen Montag im Monat zum gemeinsamen Plenum und zusätzlich einen weiteren Samstag. Die Anlage aber ist immer offen. Jeder kann gärtnern, wann es die Zeit erlaubt. Für Sarah und die Mitglieder der Initiative bedeutet der Garten jedoch nicht nur Arbeit sondern er ist auch das persönliche Naherholungsgebiet.

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