Derbysieg dank Nervenstärke

Mit einem letztlich klaren, aber zeitweise sehr umkämpften 83:76 gewinnen die Walter Tigers verdient das Derby gegen die MHP Riesen aus Ludwigsburg. Die Tübinger bewiesen dabei besonders im letzten Viertel ihre Nervenstärke und konnten sich so trotz zwischenzeitlichem Ausgleich durchsetzen.


Derbytime in der Paul Horn Arena: Wenn die Walter Tigers aus Tübingen die MHP Riesen aus Ludwigsburg empfangen, bedeutet das Emotionen, Kampf und eine ohrenbetäubende Lautstärke von den Rängen. Das Schwaben-Derby hat im Spielplan schließlich für Fans einen besonderen Stellenwert.

Verlieren verboten!
Dementsprechend ließen sich auch beide Teams schon zu Beginn an von der hitzigen Atmosphäre anstecken und kämpften um jeden Zentimeter auf dem Parkett, was nicht selten auch von den Schiedsrichtern unterbrochen werden musste. Insgesamt erwischten die Tübinger dabei den besseren Start und konnten schon nach 10 gespielten Minuten mit 17:13 deutlich machen, dass sie ihre Siegesserie von zuletzt zwei Siegen ausbauen wollten.
Doch Ludwigsburg war selbstverständlich nicht da, um Geschenke zu verteilen. Besonders dank eines überragenden David John Kennedy konnte Ludwigsburg immer wieder gegenhalten, so dass das Ergebnis zur Halbzeit zwar mit 33:27 gut aussah, doch gefährlich wirkte.

 © Christohper Kübler
© Christohper Kübler

Nervenstärke gefordert
Zu Beginn der zweiten Hälfte sollten sich auch gleich die Befürchtungen bewahrheiten: Die MHP Riesen wirkten nach der Pause wesentlich spritziger und gefährlicher vor dem Korb, auch die Freiwürfe wurden nun konsequenter genutzt. Das gleiche Bild auch zu Beginn des letzten Viertels, die MHP Riesen errangen Punkt um Punkt, während die Walter Tigers ihrerseits einfach zu viel liegen ließen. Immer im Fokus dabei: Kennedy, die mit zwischenzeitlich neun Punkten am Stück den 56:56-Ausgleich erzielte. Das Spiel drohte zu kippen, die Tübinger Fans waren geschockt, die Ludwigsburger dagegen witterten das Comeback ihrer Mannschaft. Klare Sache für Igor Perovic: Time out!

 © Chritopher Kübler
© Christopher Kübler

Welche Worte der Coach dabei gefunden hat, bleibt wohl das Geheimnis des Teams, doch es müssen die richtigen gewesen sein und besonders bei Anatoly Kashirov gefruchtet haben. Der Russe bewies in dieser kritischen Situation die Nerven, punktete selbst vier Mal und konnte weitere Punkte vorlegen – 73:65 für die Hausherren. Doch die Riesen sollten wieder zurückkommen. Mit einem 7:0-Lauf passend zur Crunshtime stand es 33 Sekunden vor Schluss nur noch 78:72. Doch Routinier Jimmy McKinney blieb auch in seinem 260. BBL-Spiel cool und sorgte mit einem Dreier letztlich für die Vorentscheidung.

Neue Heimstärke
Mann des Spiels wurde mit 18 Punkten Anatoly Kashirov, der sich daraufhin verdient vor den Sprechchören der Fans feiern lassen durfte. Ebenfalls stark war zudem wieder einmal Jimmy McKinney, der mit 19 Punkten bester Werfer der Tübinger war.
Bei Ludwigsburg stark: D.J. Kennedy mit satten 31 Punkten.

 © Christopher Kübler
© Christopher Kübler

Für die Walter Tigers bedeutet der dritte Heimsieg in Folge nicht nur, dass sie ihre zuletzt sehr guten Leistungen (u.a. beim respektablen 84:78 in Berlin) bestätigen konnten, sondern auch einen gewaltigen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Nach nun 19 Spielen stehen sie damit wieder über dem Strich und können die Eisbären aus Bremerhaven und die Crailsheim Merlins hinter sich lassen, auch wenn die Tabelle nach wie vor eng bleibt.
Für die Tigers geht es nächsten Sonntag zum wichtigen Auswärtsspiel nach Braunschweig, ehe eine Woche später der FC Bayern München in der Paul Horn Arena gastiert.

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